Fein säuberlich in Kisten und Umzugswagen verpackt geht in St. Georgen derzeit die ganze Stadtverwaltung auf Wanderschaft: Die Mitarbeiter räumen das Rathaus, dessen Sanierung bald ansteht. Ihr Ausweichquartier ist nur einen Steinwurf entfernt.
Mit seinem neuen Büro ist Michael Rieger mehr als zufrieden. Seit Freitag vergangener Woche steht der Schreibtisch des Bürgermeisters nicht mehr im Rathaus, sondern ein paar hundert Meter weiter, im ehemaligen Fabrikgebäude des Unternehmens A. Maier. Wie die gesamte Stadtverwaltung wird Rieger hier für die Zeit der Rathaussanierung unterkommen. Was ein Teil der Verwaltung schon hinter sich hat, wartet in den kommenden Wochen noch auf andere Rathausmitarbeiter: Die gesamte Stadtverwaltung wird derzeit umgesiedelt.
Mitte vergangener Woche begann der Umzug, wie Giovanni Costantino, Leiter für Zentrale Steuerung und Dienste bei der Stadtverwaltung, im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet. Den Anfang machte das Personalamt – als ein Bereich, der vor allem mit anderen internen Stellen in Kontakt ist, habe sich dieses als erster Versuch angeboten.
Kommende Woche stehen dann die nächsten Ämter auf dem Plan, wie Costantino erklärt: Kämmerei und Bauamt. Die beiden Ämter werden künftig im ersten Obergeschoss des Ausweichquartiers untergebracht sein. In der Folgewoche wird sich noch das Erdgeschoss des A.-Maier-Gebäudes mit städtischen Mitarbeitern füllen: Dann ziehe der Bereiche der Verwaltung um, „der relativ bürgerrelevant ist“, sagt Costantino. Dazu zählen etwa Einwohnermelde- und Standesamt. Wobei der Umzug während des laufenden Betriebs durchaus seine Herausforderungen mit sich bringt. Teils kann die Erreichbarkeit eingeschränkt sein. Einige Ämter werden für die Dauer ihres Umzugs kurzzeitig geschlossen bleiben – das sorge für einen reibungsloseren Ablauf des Umzugs, erklärt Costantino.
Umzug soll noch vor Ostern über die Bühne gehen
„Vor den Osterfeiertagen wollen wir komplett umgezogen sein und das Ganze abgeschlossen haben“, gibt Costantino das Ziel vor. Ab diesem Zeitpunkt ist das A.-Maier-Gebäude dann Hauptanlaufpunkt für alle Bürger – zumindest, bis die Sanierung des Rathauses abgeschlossen ist.
Im Zeichen von niedrigen Kosten und Nachhaltigkeit
Zuvor gibt es aber noch viel zu bewegen: Schreibtische, Computer und andere Geräte, Tische, Stühle, Schränke, und, und, und – beinahe die gesamte Einrichtung der Stadtverwaltung wird ins A.-Maier-Gebäude verfrachtet. Was derzeit nicht verwendet werden kann, wird eingelagert – zusammen mit historischen Stücken und Spezialdingen, die im Ausweichquartier keinen Platz finden.
Vieles wird wiederverwertet
Die Teile der Einrichtung, die noch nicht ganz passen, können mithilfe des Hausmeisterteams passend gemacht werden, freut sich Costantino. Und nicht nur das: Auch Türen aus dem Rathaus werden wiederverwendet. Viele der Wände, die im A.-Maier-Gebäude eingezogen werden mussten, sind aus Spanplatten, zwei Think-Tanks als Besprechungsräume, einige Bodenbeläge und auch der neue Tresen, der bereits im Erdgeschoss bereitsteht, hat die Stadt gebraucht gekauft – alles im Zeichen der Nachhaltigkeit und der niedrigen Kosten.
Für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bedeutet das teils auch: Das Ausweichquartier ist in erster Linie zweckmäßig. „Aber das Verständnis ist groß“, erzählt Costantino. Immerhin ist das A.-Maier-Gebäude nur ein Rathaus auf Zeit.
Ein Gebäude mit viel Potenzial für die Zukunft
Als solches bietet es für die Stadtverwaltung eine einmalige Gelegenheit: Im vorübergehenden Quartier können Ideen, die dann im sanierten Rathaus umgesetzt werden sollen, getestet werden. Ein Beispiel: Das Einwohnermeldeamt soll nach dem Umzug ins A.-Maier-Gebäude mehr und mehr in einen modernen Bürgerservice umgewandelt werden, sagt Costantino – mit Ticketsystem, Front- und Backoffice und einer Zentralisierung der Rathaus-Dienstleistungen.
Und apropos Umzug ins dann frisch sanierte Rathaus: Was passiert mit dem A.-Maier-Gebäude, wenn es als Quartier für die Verwaltung ausgedient hat? Als Stadt werde man das 2021 erworbene Gebäude nicht halten können, sagt Bürgermeister Rieger. Wobei das Gebäude sehr viel Potenzial habe. Auch wenn die Stadt an dieser Stelle selbst nichts realisieren kann, will man dennoch ein Auge auf die Entwicklung haben. „Hier muss etwas rein, was der Innenstadt nutzt“, betont Rieger, der sich zum Beispiel Wohnungen vorstellen könnte.
Ämter geschlossen
Termine
Wegen des Umzugs von Kämmerei und Bauamt kommende Woche, sind die Ämter zeitweise geschlossen: die Kämmerei am Montag, 31. März, ganztägig, das Bauamt am Dienstag, 1. April, nachmittags und am Mittwoch, 2. April, ganztägig.