Ein Dorffasnetsauftakt nach Maß: Dicht an dicht feierte das närrische Volk beim Grondelhexa-Ball in Dautmergen. Foto: Urban

Rambazamba herrschte am Samstag in Dautmergen. Die Narrenzunft hatte zu ihrem Grondelhexa-Ball eingeladen, und viele, sehr viele Fasnetsfreunde kamen, um im Bürgerhaus gemeinsam Party zu machen.

Wohlweislich verzichteten die Gastgeber auf Tisch und Stühle, denn ansonsten wäre das „Gedrucke“ noch größer gewesen. Die Fasnet im kleinen Dörfchen genießt einen guten Ruf, denn wenn die närrischen Schlichemtäler ihre Nachbarn und Freunde einladen, gibt es so gut wie keine Absagen. Und die, die dem bunten Treiben auf der Bühne nur zuschauen wollen, stehen – am Samstag sogar bei Eiseskälte – Schlange, um einen Einlasstempel zu bekommen. Und so tummelten sich mehr als 400 Hästräger und andere verkleidete Gäste bis in die späte Nacht hinein in Dautmergens guter Stube. Für einen Abend verdoppelte sich somit die Einwohnerzahl der kleinsten Gemeinde im Kreis.

 

Der Ball lief ganz unkonventionell ab. Auf einen Einmarsch, eine lange Begrüßung und die Vorstellung der Häser und Masken – so wie es bei anderen Brauchtumsabenden üblich ist – wurde ganz verzichtet.

Schaulaufen der Zünfte

Michael Lehmann, ein Urgestein der Dautmerger Fasnet, eröffnete das Programm kurz und knackig. Weil er die Vereine und Zünfte ringsherum kennt, schickte er alle mit den bei ihren jeweils gebräuchlichen Narrenrufen ins Schaulaufen. Der Auftakt war freilich den Gastgebern vorbehalten, der Showtanzgruppe, die zu laut dröhnender Musik synchron übers Parkett fegte. Zwischendurch wurden sogar die Kostüme getauscht. Die Choreographien studierten die jungen Mädchen gemeinsam ein, eine Chefin brauchen sie nicht.

Die Giaßbachhexa aus Zepfenhan waren dagegen ab und an auf einen Fingerzeig angewiesen. Denn ansonsten hätten die waghalsigen Pyramiden und Sprünge, die sie immer wieder vollführten, wohl nicht so geklappt. Riesigen Beifall erntete im Anschluss auch die Jugend-Showtanzgruppe der Narrenzunft Villingendorf.

Grondelhexa schwingen die Besen

Nach der Pause stürmten die Grondelhexa, neben dem Frosch das Aushängeschild der Dautmerger Zunft, die Bühne. Die Besenschwingerinnen flößten aber niemandem Angst ein, denn sie tragen zu ihrem edlen schwarz-grünen Häs eine verschmitzt lächelnde Maske. Dem lustigen Spuk folgte ein umjubelter Auftritt des Pflomma-Balletts aus dem benachbarten Erzingen. Und auch die Showtanzgruppe aus der Harzklumpen-Zunft Heiligenzimmern durfte nicht ohne Zugabe zurück ins johlende Publikum. Die „Nota-Kratzer“ aus Hartheim heizten die Stimmung zusätzlich an, machten sich somit schon mal warm auf das große Heuberg-Narrentreffen am nächsten Wochenende.

Jan Karle ist Fasnetsprinz

Doch damit nicht genug. Auch die Baurawald-Hexa aus Holzhausen, die Oachberg-Hexa aus Erlaheim, die Molkekär-Kälble aus Isingen, die Riedbach-Hexa aus Geislingen, die Schella-Hexa aus Neukirch, einige 20er aus Dotternhausen und Abordnungen der Narrenzunft Binsdorf und des Narrenvereins Rosenfeld gaben sich die Ehre – ganz zur Freude von Sven Mocker und Dennis Hietmann, die sich das Vorstandsamt in der Narrenzunft Dautmergen teilen. Stolz berichteten die beiden Obernarren, dass der Verein über 350 Mitglieder zählt. Mehr als 60 davon sind im Häs, als Elferrat oder in der Garde unterwegs. Jan Karle ist dieses Jahr der Fasnetsprinz, Sven Mocker der Adjutant.