In der Gemeinschaftsschule im neuen Stadtteil Dietenbach sollen einmal 1500 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 13 unterrichtet werden.
Der neue Stadtteil Dietenbach im Freiburger Westen wird allmählich konkreter. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend grünes Licht für den Bau des neuen Schulkomplexes gegeben. Das Projekt wird Freiburgs bisher größtes Bauvorhaben mit Kosten von rund 200 Millionen Euro. „Der Schulcampus als erste und größte Hochbaumaßnahme wird eine Signalwirkung auf die künftige Entwicklung haben und steht sinnbildlich für unsere Ziele im neuen Stadtteil Dietenbach“, erklärt Baubürgermeister Martin Haag (parteilos).
Der Schulcampus Dietenbach wird aus einer Gemeinschaftsschule für die Klassenstufen 1-13 bestehen. Die sechszügige Grundschule soll die Heimat von 600 Schülern werden. Insgesamt sollen am gesamten Schulkomplex einmal 1500 Schüler zur Schule gehen. Zum Vergleich: Freiburgs aktuell größte Schulen, die Staudinger-Gesamtschule und das Wentzinger-Gymnasium, haben jeweils rund 1200 Schüler.
Flexibles Raumkonzept
Gebaut werden neben der Gemeinschaftsschule mit Grund- und Sekundarstufen, eine Sporthalle mit zwei Feldern und eine weitere mit drei Feldern. Dazu kommt multifunktionale Mena, die auch für außerschulische Veranstaltungen genutzt werden kann. Zudem wird ein Kinder- und Jugendzentrum in das Großprojekt integriert.
Die Planung beinhaltet ein flexibles Raumkonzept, dass an den pädagogischen Bedarf angepasst werden kann und nicht auf starre Klassenzimmer setzt. Dafür sind die Wände der Klassenzimmer nicht tragend und könnenausgetauscht und verschoben werden. Außerdem sind Räume für Gruppenarbeit, Rückzug und Coaching vorgesehen. Auch die Traglast des Gebäudes ist so konzipiert, dass es bei Bedarf um ein weiteres Stockwerk aufgestockt werden kann.
Größte Besonderheit in der Planung war, dass es bisher weder eine Schulgemeinschaft noch eine Schulleitung gibt. Darum arbeitet das Amt für Schule und Bildung (ASB) mit pädagogischen Beratern zusammen, die aus Praxissicht beraten und bewerten können.
Die Stadtverwaltung veranschlagt für den Schulcampus Dietenbach Baukosten in Höhe von rund 160 Millionen Euro; mit Baukostensteigerungen ist bis zur tatsächlichen Fertigstellung von 186,5 Millionen Euro auszugehen, zuzüglich der Ausstattungskosten.
Schule bleibt auch nach Inbetriebnahme kostspielig
Diese betragen laut Vorlage für den Baubeschluss 13,75 Millionen Euro. Diese Kosten sind in der Sonderrechnung Dietenbach enthalten. Sie fallen sukzessive ab 2028 bis zur vollständigen Belegung der Schulgebäude an, auch über die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts hinaus.
Das Immobilienmanagement Freiburg (IMF) und das ASB rechnen mit bis zu 30 Millionen Euro aus der Schulbauförderung vom Land. Dazu laufen noch Gespräche zwischen der Schulverwaltung und dem Regierungspräsidium. Außerdem werden eine KfW-Förderung von 1,4 Million und eine Sportstättenförderung von rund Einer Million Euro angenommen.
Auch nach dem Bau bleibt das Projekt kostspielig: Die laufenden Kosten für den Schulbetrieb beziffert die Stadt bereits jetzt auf 9,2 Millionen Euro pro Jahr. Diese setzen sich aus Reinigung, Wartung sowie Abschreibungskosten zusammen.
Nach dem nun erfolgten Baubeschluss im Gemeinderat wird das IMF schon in diesem Jahr das Gelände vorbereiten, um im kommenden Jahr mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Zum Schuljahr 2030/2031 soll das größte Bauprojekt der Stadt dann seinen Betrieb aufnehmen.