Zwei Fasern je Haus plus vier je Wohneinheit: Das soll die Ausstattung für Grömbach sein.Foto: @ Salita2010 – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Breitband: Neuer Plan berücksichtigt fehlende Anschlusspunkte

Grömbach. Der Wunsch des Gemeinderats, beim Breitbandausbau 27 zusätzliche Anschlusspunkte in die Planung aufzunehmen, kommt die Gemeinde Grömbach teuer. Die Firma Rala muss eine komplett neue Strukturplanung erarbeiten. Die Kosten liegen um 9000 Euro über dem ursprünglichen Angebot. Der Gemeinderat stimmte dennoch geschlossen zu.

Wie berichtet, hatte sich der Gemeinderat im Februar für eine Nachbesserung bei der sogenannten Strukturplanung für den Breitbandausbau ausgesprochen. Das Gremium hatte in einigen Bereichen fehlende Anschlusspunkte ausgemacht – insge­samt 27. Infolgedessen legte die Firma Rala ein Angebot für eine zweite Aktualisierung der Strukturplanung vor. Der Anstieg der Zahl der Anschlusspunkte auf nun 305 bewirkt eine neue Angebotssumme von rund 12 575 Euro. Ursprünglich sollte die Planung mit 281 Anschlusspunkten 3593 Euro kosten.

Da dies einen Preissprung auf das 3,5-fache bedeutet, hatte Bürgermeister Armin Pioch den Deutschland-Chef der Firma Rala, Christer Svärdh, in die jüngste Sitzung eingeladen, um dem Gemeinderat die Preiserhöhung zu erläutern und zu erklären, warum die zweite Aktualisierung so teuer ist.

Landkreis will aufs Tempo drücken

Die Umplanung nach Wunsch des Gemeinderats setze alles auf Anfang, erläuterte Christer Svärdh, neue Eingangsdaten müssten eingepflegt werden. Dies bedeute eine komplett neue Planung. Pioch zeigte sich befremdet über die kurze Frist von gerade einmal zwölf Stunden, innerhalb der das Angebot angenommen werden sollte. Die Dringlichkeit sei dem Landkreis geschuldet, sagte Svärdh. Der habe den Breitbandausbau in Grömbach mit einer gestiegenen Priorität eingeordnet, um rasch damit beginnen zu können, insbesondere wegen des Baugebiets Hasenäcker.

Ratsmitglied Manfred Walz hatte kein Verständnis für diesen Termindruck des Landkreises und wollte wissen, was wäre, wenn man zurückginge zur ursprünglichen Planung mit 281 Anschlusspunkten. Weiter fragte er, was auf die Gemeinde zukomme, wenn man wegen fehlender Anschlusspunkte einzelne Grundstücke nachträglich versorgen müsse. Das, so Bürgermeister Pioch, sei möglich, da jedes Haus mit zwei Fasern und je Wohneinheit mit vier zusätzlichen Fasern ausgestattet werde, mit denen sich Nachbargrundstücke versorgen ließen. Die Kosten für das Aufbaggern der Straße und Verlegen von Leitungen würden die Gemeinde belasten.

Zurück zum alten Angebot oder die teure Kröte schlucken: Das waren nun die Optionen. Pioch sprach sich für einen schnellstmöglichen Glasfaserausbau aus, auch weil die Bauwilligen im Gebiet Hasenäcker sonst ohne brauchbare Telekommunikationsleistungen seien. Die gesamten Planungsleistungen, so Pioch, würden über die Förderkulisse des Bundes mit maximal 50 000 Euro bezuschusst, müssten deshalb aber nicht in hohen Kosten enden.

Bei den ersten Planungen im März 2020 war einiges nicht berücksichtigt worden, beispielsweise fehlten einzelne unbebaute Grundstücke und beim Friedhof waren zwei Anschlusspunkte geplant. Dies hatte der Gemeinderat bemängelt. Daraus entstand die nun vorgelegte Strukturplanung, für die der Bürgermeister keine weitere Preissteigerung akzeptieren will.

Svärdh machte deutlich, dass wegen der nun vorliegenden korrekten Vorbereitungen auch der Strukturplan korrekt ausfalle. Er informierte auch darüber, dass dieser eine Reserve von etwa 15 bis 30 Prozent beinhalte, ausgehend von einer 100-prozentigen Anschlussquote. Bürgermeister Pioch geht in Grömbach eher von einer Anschlussquote zwischen 60 und 70 Prozent aus. Demnach bestehe eine ausreichende Überkapazität. Außerdem gehe die Strukturplanung dann in die vorbereitende Detailplanung.

Der Gemeinderat wünschte die Fertigstellung der Strukturplanung durch die Firma Rala bis zum 31. März. Der entsprechende Beschluss erfolgte einstimmig.