Ein Botschafter hoch zu Ross: Ramón Custodio Espinoza auf dem Lindenhof in Grömbach, flankiert von Bürgermeister Armin Pioch, Lawrence Khalil, Kurt Wurm und Diana Braun (von links) Foto: Gäbler Foto: Schwarzwälder-Bote

Pferdezucht: Botschafter von Honduras besucht Kurt Wurm / Lindenhof sogar in Russland für seine Oldenburger bekannt

Seit 25 Jahren züchtet Kurt Wurm Sportpferde. Nun ist sogar der Botschafter von Honduras auf die rassigen Oldenburger und Holsteiner des erfahrenen Pferdenarrs aufmerksam geworden.

 

Grömbach. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel hatte unlängst bei einem Gedankenaustausch mit dem neuen Bürgermeister von dem feinen Gestüt in Grömbach erfahren. Als er nun Ramón Custodio Espinoza zu Wirtschaftsgesprächen in den Nordschwarzwald einlud und dessen Vorliebe für edle Rösser entdeckte, brachte er den honduranischen Diplomaten aus Berlin und den erfolgreichen Züchter zusammen.

In der Regel macht Kurt Wurm nicht viel Aufhebens um sein Hobby, das er zum Beruf machen konnte. Die beschauliche Idylle der kleinen Schwarzwaldgemeinde ist der Ort, wo er sich gemeinsam mit Ehefrau Diana Braun und dem erfolgreichen Springreiter Lawrence Khalil um das Wohlergeben seiner Schützlinge kümmert. Der 24-jährige Produktdesigner aus Gültstein ist es auch, der in seiner Freizeit die Rassepferde für Kurt Wurm einreitet. Dafür stehen eine komplette Reitanlage mit Reithalle, Außenreitplatz, überdachter Führanlage und ein Solarium zur Verfügung.

Was viele nicht wissen: Kurt Wurms Oldenburger sind sogar im fernen Russland und jenseits des großen Teichs, in Kanada und den USA, gefragt. Seine Kunden findet er seit zweieinhalb Jahrzehnten vornehmlich auf Turnieren. Den Großteil seiner Vierbeiner verkauft der Grömbacher Züchter ins Ausland.

Aussiedlerhof verfügt über 20 Hektar Grünlandflächen

Das Futter wächst auf den 20 Hektar umfassenden Grünlandflächen, die zu dem ehemaligen Aussiedlerhof gehören. Als Wurm 2003 vor der Entscheidung stand, sein Hobby endgültig zum Beruf zu machen, erwarb er den Lindenhof. Seitdem ist der Hof auch Pferdepension.

Ramón Custodio Espinoza wuchs in seiner Heimat auf der elterlichen Farm auf. Da versteht sich von selbst, dass er neben der hohen Diplomatie auch etwas vom Reiten versteht. Seine Exzellenz zögerte nicht, als ihm Kurt Wurm die Möglichkeit anbot, selbst in den Sattel zu steigen. Dem Botschafter hatte es besonders die fünfjährige "Caritina" angetan.

Ramón Custodio Espinoza sieht in der Begegnung mit den Menschen im Nordschwarzwald auch einen praktischen Nutzen für seine tägliche Arbeit: "In meinem Büro in Berlin lerne ich die Deutschen und ihre Heimat nicht kennen", sagte der Diplomat, "hier in direktem Kontakt aber sehr wohl." Sprach’s und schwang sich in den Sattel, um eine Runde auf dem Parcours des Lindenhofs zu drehen.