Eine Grippewelle zieht derzeit durch Deutschland und macht auch vor dem Landkreis Freudenstadt nicht halt. (Symbolfoto) Foto: Christina Sabrowsky/dpa

Es ist wieder Grippezeit – auch im Landkreis Freudenstadt. Die aktuellen Grippezahlen, was Ärzte zur Lage im Kreis sagen und auf welche Warnzeichen Betroffene achten sollten.

Husten, Schnupfen und Fieber gehören derzeit für viele Menschen wieder zum Alltag: Die Grippezeit hat begonnen und mancherorts auch schon Überhand genommen – etwa im Landkreis Calw. Dort wurden allein in den ersten zwei Januarwochen bereits 125 Fälle der Erkrankung an das Gesundheitsamt gemeldet.

 

Doch wie ist die Lage im Kreis Freudenstadt? Insgesamt seien dem Gesundheitsamt bisher 50 Influenzafälle im Januar bekannt, teilt eine Sprecherin des Landratsamtes Freudenstadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Im Vergleich dazu wurden im gesamten Januar 2025 lediglich 37 Influenza-Infektionen gemeldet.

Hotspots gebe es dabei laut Manja Böhm, Leiterin des Sachgebietes Infektionsschutz und Umwelthygiene im Gesundheitsamt, keine: „Es ist nicht zu beobachten, dass es im Landkreis Orte gibt, die besonders viele oder besonders wenige Fälle haben. Die Meldungen sind über den gesamten Landkreis verteilt.“ Zwar sind die Grippezahlen hier nicht so hoch, wie in anderen Landkreisen, dennoch liegen sie höher als im Vorjahreszeitraum. Doch wie sieht die Lage vor Ort aus?

Lage am Krankenhaus Freudenstadt

„Am Klinikum Freudenstadt beobachten wir derzeit einen saisonal bedingten Anstieg der Influenza-Fälle, auch im Vergleich zu den vergangenen Jahren“, teilt eine Sprecherin des Krankenhauses auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Die Erkrankten zeigten dabei die typischen Grippesymptome. Schwere Verläufe, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern, treten am Krankenhaus Freudenstadt laut der Sprecherin aktuell jedoch nicht auf. Doch ab wann spricht man eigentlich von einem „schweren Verlauf“?

Noch typische Symptome oder schon schwerer Verlauf?

Typisch für Influenza seien ein plötzlicher Beginn mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und starke Abgeschlagenheit, erklärt Wolfgang von Meißner. Er ist Hausarzt in der Gemeinschaftspraxis „Hausärzte am Spritzenhaus“ in Baiersbronn. Auch dort habe es in den letzten Wochen deutlich mehr akute Atemwegsinfekte, darunter auch Influenza-Fälle, gegeben.

Als Warnzeichen für einen schweren Verlauf gelten laut von Meißner hohes oder anhaltendes Fieber, zunehmende Atemnot, deutliche Leistungsminderung, Kreislaufprobleme, neu auftretender oder zunehmender Brustschmerz und produktiver Husten mit Auswurf, insbesondere wenn er neu auftritt oder sich verschlechtert. Im Zweifel rät Meißner dazu, den Hausarzt zu kontaktieren.

Wieso eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll ist

Lohnt es sich bei einer so fortgeschrittenen Grippewelle dann überhaupt noch, sich impfen zu lassen? Die Grippeimpfung sei, sofern sie in dieser Saison noch nicht erfolgt ist, auch jetzt noch sinnvoll, meint von Meißner. Der Schutz greife erst nach etwa zehn bis 14 Tagen und gerade im Spätwinter stünden noch viele Kontakte an, etwa während der Fasnet, erklärt der Hausarzt.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehle laut Meißner die Grippeimpfung dabei vor allem Personen ab 60 Jahren, Schwangeren, Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, wie etwa Lungenerkrankungen, Diabetes oder Immunsuppression, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen, medizinischem Personal sowie Personen mit viel Publikums- oder Patientenkontakt.