Grippe kann bei schweren Verläufen ins Krankenhaus führen. Hier abgebildet: die neue Intensivstation der Klinik Nagold. Foto: Fritsch

Die Grippewelle ist in voller Fahrt. Die Fallzahlen steigen und in den Krankenhäusern ist das Infektionsgeschehen zu bemerken. Wir haben beim KVSW nachgefragt.

Die Grippe grassiert und auch im Klinikverbund Südwest (KVSW) sind die Fallzahlen merklich in die Höhe geschossen.

 

„Im Vergleich zu den vergangenen Jahren vermerken wir an all unseren Standorten eine Zunahme sowohl bei den stationär behandelten Fällen als leider auch bei schweren Verläufen“, teilt Andrea Riewe, Pressesprecherin des KVSW, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Patienten, die wegen der Grippe stationär in die Klinik müssen, seien im Schnitt etwas mehr als 70 Jahre alt. „Ausnahmen gibt es natürlich immer, insbesondere in unserer Kinderklinik am Standort Böblingen“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Sechs Tage bleiben Erkrankte im Schnitt in der Klinik

Die Fälle, die stationär bleiben müssen, sind nicht nur zur Beobachtung für eine Nacht in der Klinik. Sechs Tage im Schnitt bleiben die Erkrankten.

Grippe oder Influenza kann auch einen tödlichen Ausgang nehmen. Zu den genauen Zahlen, ob und wie viele Menschen im KVSW durch Grippe in dieser Saison gestorben sind, möchte der Verband noch nichts sagen. „Da wir uns derzeit noch mitten in der Influenzasaison befinden, können sich die Fallzahlen in den kommenden Wochen noch verändern“, verweist Sprecherin Andrea Riewe.

Viele kurieren ihre Grippe zuhause aus. Wann ist es notwendig, im Krankenhaus zu bleiben? Das hänge vom Allgemeinzustand ab, erläutert der KVSW. Auch spiele eine Rolle, ob und welche Begleiterkrankungen der Patient habe.

„Häufig sind die Betroffenen deutlich geschwächt, haben Fieber und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen“, erläutert Riewe.

Nicht immer ist Influenza die „Hauptdiagnose“, also die, wegen der die Patienten und Patientinnen in die Klinik eingeliefert, beziehungsweise aufgenommen werden. „Es gibt etwa doppelt so viele Patientinnen und Patienten, bei denen Influenza oder eine Pneumonie als Begleiterkrankung neben einer anderen Hauptdiagnose dokumentiert ist.“

Ist dies der Fall, wird es auch schwerer festzustellen, ob der Verlauf, die Liegedauer im Krankenhaus und der Behandlungsausgang der Grippe und wieweit der Haupterkrankung geschuldet ist.

Corona-Fälle werden weniger

Während die Influenza-Zahlen in die Höhe schießen, sind Corona-Infektionen eher rückläufig. „Covid-19 spielt im Vergleich dazu derzeit eine deutlich geringere Rolle: Die Fallzahlen sind rückläufig und bewegen sich seit 2025 im gesamten Verbund nur noch im zweistelligen Bereich“, meint Riewe.

Der Influenza A-Erreger, der regelmäßig mutiert und so eine jährliche Impfauffrischung nötig macht, ist in diesem Jahr hochansteckend. In einer Anfrage unserer Redaktion von Mitte Januar erläuterte auch das Landratsamt Calw, dass in den ersten zwei Jahreswochen 84 Grippefälle gemeldet wurden. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es nur 28.