Keine abstrakte Gefahr: In Donaueschingen, Dauchingen und Schonachbach brannte es bereits. Jetzt steigt die Waldbrandgefahr erneut auf Stufe 4. Ausflügler müssen am Feiertag aufpassen.
Die Waldbrandgefahr im Schwarzwald-Baar-Kreis steigt. Die Karte zeigt es deutlich: Um Villingen-Schwenningen herum herrscht ab Mittwoch, 29. April, und bis voraussichtlich mindestens Samstag, 2. Mai, eine „hohe Gefahr“ für Waldbrände.
Viel roter wird’s nicht – die Skala des Deutschen Wetterdienstes reicht von der Ziffer 1 – sehr geringe Gefahr – bis zur fünften Stufe „sehr hohe Gefahr“. Mit Stufe 4, „hohe Gefahr“, rangiert die Region somit nun in der zweithöchsten Gefahrenstufe.
An diversen Messstellen im Bundesland Baden-Württemberg sammelt der Deutsche Wetterdienst die Daten für seinen Waldbrandgefahrenindex. Villingen-Schwenningen ist eine davon. Das herrliche, fast schon sommerliche Wetter der vergangenen Tage zollt also seinen Tribut: Mancherorts ging kaum Regen nieder. Mancherorts kam es bereits zum Brandausbruch – in Titisee-Neustadt oder Stuttgart etwa waren zuletzt größere Waldbrände zu verzeichnen.
Besonderes Augenmerk auf die hohe Waldbrandgefahr in der Region sollten an den kommenden Feiertagen vor allem Ausflügler legen. Das verlängerte Wochenende lädt bei milden Temperaturen zu Wanderungen und Grillabenden ein – doch genau die bergen dann ein hohes Risiko.
Vorschriften und Hinweise für den Aufenthalt im Forst
Werden Funken weitergetragen, ist die Gefahr groß, dass vertrocknetes Material auf ausgedörrten Boden ein Feuer entfacht und sich schnell zu stattlichen Flächenbränden ausweitet. Auch weggeworfene Zigaretten könnten diesen Effekt auslösen. Aus diesem Grund herrscht im Forst ein generelles Rauchverbot von 1. März bis 31. Oktober – auch ohne Gefahrenindex.
Zudem ist das Feuermachen nur an dafür vorgesehenen Feuerstellen gestattet. Bei starkem Wind sollte gar kein Feuer in der freien Natur gemacht werden, denn die Gefahr des Funkenflugs steigt dadurch erheblich an. Auf ein weiteres wird hingewiesen: Fahrzeuge, mit denen man zum Waldspaziergang aufbricht, sollten nicht auf entzündlichem Untergrund geparkt werden. Grund dafür ist, dass sich der Katalysator eines Fahrzeuges auch schon bei kurzer Fahrt stark erhitzt. Die Wärmestrahlung des Katalysators kann Gras oder Nadeln nach dem Abstellen des Fahrzeuges entzünden.
Sperrung der Grillstellen möglich
Meldungen über Sperrungen von Grillplätzen in der Region liegen aktuell zwar noch nicht vor – auszuschließen ist diese Reaktion der Behörden aufgrund der hohen Waldbrandgefahr jedoch zu den Feiertagen nicht. Auch in den vergangenen Jahren wurde auf diese Weise auf eine hohe Waldbrandgefahr reagiert.
Dass Waldbrände auch im Schwarzwald-Baar-Kreis keine abstrakte Gefahr sind, belegten zahlreiche Vorkommnisse. So brannten beispielsweise bei Donaueschingen 2019 bei Hubertshofen fast 700 Quadratmeter Fläche. 2020 standen 500 Quadratmeter Wald bei Dauchingen in Flammen – vier Stunden benötigten die Feuerwehrleute, um dieses Feuer zu löschen – die Ursache: bis zuletzt unklar. Auch damals herrschte eine Waldbrandgefahr der Stufe vier von fünf. 2022 kam es zum Großeinsatz in Schonachbach nahe der Bahnlinie der Schwarzwaldbahn – eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes brannte und wurde von zwei Seiten gelöscht.
Vorkehrungen in Form von gezielten Übungen, in welchen Feuerwehrleuten die Bekämpfung von Feuer im Wald beigebracht wird, gibt es seit Jahren mit steigender Intensität. 2020 etwa gab es ein besonders spektakuläres Training – damals probten Einsatzkräfte die Bekämpfung eines Waldbrandes auch von der Luft aus.
Wissen, über das man im Ernstfall froh ist und das die kommenden Sommermonate, sofern lange Trockenheit und Dürre herrschen, froh sein dürfte. Und glaubt man den Meteorologen, so stehen der Region auch jetzt, am Feiertagswochenende, warme und sonnige Stunden bevor. Die Waldbrandgefahr könnte damit noch weiter steigen.