Vincenzo Grifo bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen den FSV Mainz 05. Am Ende hieß es in einem über weite Strecken einseitigen Spiel 4:0 für den SC Freiburg. Foto: Harry Langer/dpa

Mit einer seiner besten Saisonleistungen hat der SC Freiburg am Sonntag mit 4:0 (2:0) gegen Mainz 05 gewonnen. Die Breisgauer profitierten dabei von einer langen Überzahl.

Es lief die sechste Spielminute am Sonntagabend, als die Zuschauer im Freiburger Europa-Park-Stadion ihren stillen Protest gegen die Innenministerkonferenz kurzzeitig beenden mussten. Lucas Höler stand nach einem langen Ball plötzlich alleine vor dem Mainzer Keeper und traf zum 1:0 – dachten zumindest alle. Als der Jubel verebbt war und der zwölfminütige Protest weiterging, spielte Schiedsrichter Daniel Schlager den Spielverderber und kassierte den Treffer wieder ein: Höler stand minimal im Abseits.

 

Es dauerte jedoch nicht lange, ehe die Freiburger erneut jubeln durften. Und dieses Mal – ironischerweise genau in der letzten Protestminute – zählte der Treffer von Lukas Kübler (12.), der nach einem Eckball aus kurzer Distanz zur Führung für den SC Freiburg abstaubte.

Die Mainzer, die durch den Sieg der Heidenheimer am Tag zuvor in Berlin als Tabellenletzter ins Spiel gegangen waren, zeigten sich davon beeindruckt. Zuerst prüfte Yuito Suzuki aus der Distanz Zentner-Vertreter Lasse Rieß im Kasten der 05er, wenig später hielt er auch gegen Jan-Niklas Beste und hatte danach Glück, dass Vincenzo Grifo im Nachschuss verzog.

Erst trifft Grifo, dann fliegt Paul Nebel vom Platz

In der 26. Minute durfte der Freiburger Kapitän dann aber nach einem Konter über rechts jubeln. Hölers flache Hereingabe musste Grifo nur noch zum 2:0 einschieben. Dass Paul Nebel wenig später (28.) mit glatt Rot (grobes Foulspiel gegen Philipp Lienhart) vom Feld musste, spielte den zu diesem Zeitpunkt bereits überlegenen Hausherren ebenfalls in die Karten.

Denn die Mainzer zogen sich in Unterzahl zurück, der Sport-Club kontrollierte den Ball. Phasenweise standen außer Keeper Noah Atubolu alle Breisgauer in der gegnerischen Hälfte. 5:0 Ecken, fast doppelt so viele Pässe und gut 65 Prozent Ballbesitz in Durchgang eins – in allen Bereichen dominierten die Freiburger, die sich jedoch gegen tief stehende Mainzer schwer taten, vor dem Seitenwechsel zwingende Chancen herauszuspielen.

Vorentscheidung nach dem Seitenwechsel

Das änderte sich schon kurz nach der Pause. Grifo stand bei seiner Direktabnahme noch im Abseits, Johan Manzambi ließ nach Doppelpass mit Suzuki dem Gästekeeper keine Chance und traf aus gut elf Metern in der 50. Minute zum 3:0. Es war die frühe Vorentscheidung in einem Spiel, das die Hausherren weiter dominierten – ohne jedoch offensiv ins letzte Risiko zu gehen.

Und doch wurde es immer wieder gefährlich für das Mainzer Tor. So etwa in der 72. Minute, als eine Ecke der Gäste in einem brandgefährlichen Konter der Freiburger mündete. Grifos Seitenwechsel wurde zur perfekten Vorlage für Beste, dessen Lupfer jedoch auf der Linie von einem Mainzer geklärt wurde. Und auch dem eingewechselten Igor Matanovic fehlten ein paar Zentimeter, als er nach Manzambi-Dribbling aus kurzer Distanz zum Abschluss kam.

SC Freiburg gewinnt auch in der Höhe verdient

So war es am Ende ein rundum gelungener Sonntagabend für die Elf von SC-Trainer Julian Schuster. Daran änderte auch das zurückgenommene Tor von Manzambi (80./Abseits) nichts. In der 90. Minute sorgte dann noch Patrick Osterhage für das 4:0 in einem Spiel, dass die Freiburger bis zum Ende dominierten und auch in der Höhe verdient gewannen.