Die Szene des Spiels: Johan Manzambi (Nummer 44) bejubelt den Freiburger Siegtreffer, der höchst diskutabel war. Foto: Silas Stein/dpa

Wurde der 2:1-Siegtreffer des SC Freiburg gegen dem Hamburger SV zu Unrecht gegeben? Darüber debattierten am Samstagabend im ZDF-Sportstudio zwei Schiri-Experten.

Es hatte schon etwas von einem kuriosen Zufall: Nur wenige Stunden, nachdem der Schiedsrichter beim Bundesliga-Spiel des SC Freiburg gegen den Hamburger SV im Fokus stand, saß mit Knut Kircher der Chef der deutschen Elite-Schiedsrichter im ZDF-Sportstudio.

 

Neben allgemeinen Themen zum VAR – ein abendfüllendes Thema – ging es auch um den 2:1-Siegtreffer von Igor Matanovic am Samstagmittag im Freiburger Schneetreiben. Wie schon vor Weihnachten gegen Borussia Dortmund stand der eingewechselte Stürmer in der Schlussphase im Strafraum goldrichtig.

Und nachdem das Tor gegen den BVB im Dezember aufgrund einer minimalen Abseitsposition abgepfiffen wurde, zählte der Treffer dieses Mal. Zu Unrecht? Denn in der Entstehung des Tors traf Johan Manzambi im Luftduell mit Jordan Torunarigha den HSV-Verteidiger mit dem Ellbogen im Gesicht.

Im ZDF-Sportstudio geht’s auch um Matanovics Jokertor

Schiri-Boss Kircher sprach im Sportstudio von einer „grenzwertigen Situation“ – von einer Fehlentscheidung wollte er jedoch nicht sprechen. „Der Spieler geht nach oben, dabei schwingen die Arme mit“, sagte der Ex-Schiri weiter. Und: „Der Abwehrspieler geht von hinten in die Situation rein.“ Thorsten Kinhöfer, früher Bundesliga-Schiri und mittlerweile Experte beim ZDF, sah die Szene am späten Samstagabend anders.

Kritik vom HSV-Trainer

„Ich hätte mir gewünscht, dass da ein Foul gepfiffen wird“, sagte Kinhöfer. Diesen Wunsch hatte – wenig überraschend – schon am Samstag HSV-Trainer Merlin Polzin geäußert. „Ich habe es mehrfach gesehen, aus verschiedenen Perspektiven. Es ist mir absolut unerklärlich. Unser Spieler wird im Gesicht getroffen, mit dem Ellbogen“, kritisierte Polzin den Schiedsrichter Timo Gerach.

Das alles brachte am Ende jedoch nichts und der SC Freiburg feierte mit dem knappen – und aufgrund des Zustandekommens des Siegtreffers glücklichen – 2:1-Heimsieg einen perfekten Start ins Fußballjahr 2026. Bereits am Mittwoch geht es nun auswärts gegen RB Leipzig weiter.

Dinkci vor Abgang?

In Sachsen gab es für die Freiburger in der jüngeren Vergangenheit wenig zu holen, den letzten Auswärtspunkt gab es 2022. Die Leipziger hatten am Wochenende aufgrund der Spielabsage gegen St. Pauli frei und starten damit am Mittwoch in die zweite Saisonhälfte.

Schiedsrichter Timo Gerach stand nach dem Spiel des SC Freiburg gegen den HSV im Fokus. Foto: Silas Stein/dpa

Ob Eren Dinkci beim SC Freiburg dann wieder im Kader steht, ist unklar. Gegen den HSV fehlte er, Berichten zufolge hat unter anderem der 1. FC Köln Interesse an dem Flügelstürmer, der beim Sport-Club in dieser Saison noch nicht so wirklich zum Zug kam.