Fahrende und fliegende Intensivstationen sind die modernen Rettungswagen und Rettungshubschrauber. Foto: Rolf Rombach

Zur Bürgerfragestunde erkundigte sich Willi Halfter über ein delikates Problem, das die Doppelgemeinde betrifft.

Im medizinischen Notfall geht es häufig um Minuten oder gar Sekunden. Von einem nächtlichen Notfall berichtete Bürger Willi Halfter am Dienstag im Rahmen der Bürgerfragestunde des Gemeinderats zu Beginn der Sitzung des Hauptausschusses. „20 Minuten Wartezeit sind zu viel. Das Gehirn bekommt schon nach wenigen Minuten einen Schaden, wenn es nicht durchblutet wird“, mahnte der promovierte Naturwissenschaftler.

 

Austausch geplant

Bürgermeister Tobias Benz erläuterte, dass bereits vor einem Jahr eine Anfrage der SPD-Fraktion im Gemeinderat gestellt wurde. Es sei schwierig, Daten und Fakten durch den zuständigen Bereichsausschuss Rettungsdienst zu erhalten.

Er kündigte an, dass nun für Herbst ein Austausch in Aussicht gestellt wurde durch das Gremium, welches aus Vertretern der Krankenkassen und Rettungsdienste besteht. Den Vorsitz hat die Geschäftsführung des DRK-Rettungsdienstes Lörrach.

Frist wurde verkürzt

Mehrfach äußerte Benz bereits sein Bedauern, dass selbst Kreisräte nur unzureichend durch dieses Gremium informiert würden, welches aber eine wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge regele. „Die Bevölkerung hat ein Recht, hierzu transparent informiert zu werden“. Seit Juli 2024 müssen die hauptamtlichen Rettungskräfte nach zwölf Minuten am Notfallort eintreffen. Zuvor lag die Frist bei 15 Minuten, die in der Doppelgemeinde quantitativ am häufigsten übertreten wurde im Kreisvergleich.

Derzeit wird Grenzach-Wyhlen durch die beiden DRK-Rettungswachen in Lörrach-Stetten und Rheinfelden primär nach einem Notruf über die 112 angefahren.

Nach der Schließung des Kreiskrankenhauses Rheinfelden wurde im Juli nun ein dritter Rettungswagen tagsüber in Rheinfelden stationiert. Sind diese in Einsätzen gebunden, kommen die Malteser aus Lörrach-Brombach, Schopfheim-Gündenhausen oder die DRK-Fahrzeuge aus Binzen und Schopfheim. Alternativ fahren auch regelmäßig Einsatzkräfte der Sanität Basel über die Grenze.

Neben der ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“-Gruppe des DRK-Ortsvereins Grenzach-Wyhlen, die bei Notfällen alarmiert wird, ist zudem bei Wiederbelebungen auch die „Region der Lebensretter“ im Einsatz, durch welche qualifizierte Ersthelfer über Smartphones je nach Standort hinzugezogen werden.