Zum zweiten Mal hat der RSV Tailfingen seine Everve-Gravel-Tour ausgerichtet – und den Erfolg vom Vorjahr noch übertroffen. An die 700 Teilnehmer waren unterwegs; bei einer besseren Wetterprognose wären es wohl noch mehr geworden.
Marco Hellers Fazit fiel am Ende uneingeschränkt positiv aus: Schon die Premiere der Gravel-Tour, die er im vergangenen Jahr als frischgebackener Vorsitzender des RSV zusammen mit seinen Mitstreitern initiiert hatte, durfte in Anbetracht der Tatsache, dass man Neuland betrat, als voller Erfolg gewertet werden. Die Neuauflage war danach geradezu eine zwingende Notwendigkeit gewesen – und hat nun alle Erwartungen erfüllt: „Wir sind mit dem sportlichen Verlauf und der gesamten Veranstaltung absolut zufrieden“, kommentierte der Vereinschef.
Rund 500 Teilnehmer waren im Vorjahr an den Start gegangen, diesmal hatten dem RSV an die 800 Anmeldungen vorgelegen – eine Bestätigung des außergewöhnlichen Formats, aber auch der erstklassigen Organisation. Noch in der Nacht zuvor war heftiger Regen niedergegangen und hatte die Starterfelder etwas dezimiert – zumindest einige Pedaleure dürften wegen des Wetters Abstand von ihrem Vorhaben genommen haben. Indes blieb immer noch die respektable Zahl von 700 Startern fast jeden Alters übrig – die Spanne reichte von 14 bis über 70 Jahre, und auch das Einzugsgebiet, aus dem die Teilnehmer angereist waren, erheischte Respekt: Es reichte bis Frankfurt, Zürich und München; sogar einige Hamburger waren auf die Alb gekommen.
Im Regelfall Rennrädermit breiterer Bereifung
Die meisten kamen jedoch aus der näheren und weiteren Umgebung. David Rieble und Pascal Scheu zum Beispiel – die beiden Wellendinger hatten sich mit Eliane Rupp aus Dotternhausen, und Frank Hampicke aus Esslingen zusammengetan und vom Angebot des RSV, ihnen einen von neun Guides zur Verfügung zu stellen, Gebrauch gemacht. Mit von der Partie waren auch Jeanine Menia aus Furtwangen und Max Kreischer aus Gensheim im Odenwald – und hinterher begeistert von der Gravel-Tour. Kein Zweifel, der in den USA erfundene Gravel-Radsport ist auf dem Vormarsch und gewinnt immer mehr Freunde, vor allem in der Schweiz und in Süddeutschland. Gravelbikes sind „Schotterräder“ – so die Übersetzung – , also geländegängige Fahrräder; im Regelfall handelt es sich um Rennräder mit breiterer Bereifung.
Eine Bedingung: „Bio-Antrieb“
Organisiert hatten die Veranstaltung Marco Heller, Gunter Bohnenberger, Thomas Halder, Stephan und Andreas Wolfer – vor allem das Ausschildern der drei 40, 89 beziehungsweise 123 Kilometer langen, im Vorjahr bewährten Strecken durchs Fehla- und Donautal war mit viel Aufwand verbunden gewesen. Start und Ziel befanden sich auf dem Ebinger Waldheim; zugelassen waren alle Arten von Fahrrädern, vorausgesetzt sie hatten „Bio-Antrieb“. Zwischen 8 Uhr und 9.15 Uhr konnte man zur langen Tour aufbrechen, danach wurde die mittlere Tour freigegeben, und wer auf die „Wiesenrunde“ wollte, dem stand das Zeitfenster zwischen 11 und 12.15 Uhr offen. „Wir hatten die Zeitfenster so gepackt“, erklärte Marco Heller, „dass gewährleistet war, dass viele Fahrer etwa zeitgleich zurückkamen.“
Ein Weltmeister-Rad zum Anschauen
Ein weiterer organisatorischer Pluspunkt: die vier Stationen auf der Strecke, an denen erstklassige Verpflegung angeboten wurden. Im Zielbereich präsentierte Radhersteller Merida das Rad; auf dem der Slowene Matej Mohorič 2023 Gravel-Weltmeister in der italienischen Region Venetien geworden war – es zog viele Blicke auf sich. Im Ziel warteten der Duschtruck von Bora-Hansgrohe und ein Fahrradwaschpark der Firma Kärcher; ein Wachservice garantierte, dass während des Duschens keine Fahrrad einfach so verschwinden konnte.
Auch für das leibliche Wohl der vielen großen und kleinen Zaungäste war auf dem Waldheim gesorgt; der RSV war mit rund 20 Helfern aus dem Kernteam im Einsatz; bei der Bewirtung wurde er von einem Team des Skiclubs Truchtelfingen unterstützt. Es gab eine Tombola, be der man als Teilnehmer automatisch dabei war, bestückt. Der Hauptpreis: ein Carbon-Lenker im Wert von 450 Euro. Am Abends spielte die Indierock-Band „Apetrap“ aus München auf dem Waldheim, die bereits im Vorjahr ein großes Publikum begeistert hatte.