Bei der Feier zu 150 Jahre Volksbank Alpirsbach (von links): die Vorstände Martin Heinzmann und Oliver Broghammer, Filialleiter Martin Guhl, Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Nowak und Amtsverwalter Norbert Beck Foto: Werner Hering

Aus dem einstigen Spar- und Vorschussverein mit unbeschränkter Haftung entwickelte sich eine Volksbankfiliale, in der ein Kundenvolumen in Höhe von 200 Millionen Euro betreut wird.

Die Volksbank in Alpirsbach feierte ihren 150. Geburtstag im Kreise von Vertretern der Stadt, Kunden, Geschäftsleuten und Mitarbeitern. Eingeladen hatte Filialleiter Martin Guhl. Mit seinen Mitarbeitern zusammen hatte er auch die Geschäftsräume für den Empfang vorbereitet.

 

Die Begrüßung übernahm Vorstand Martin Heinzmann mit einem Zitat von Martin Luther: „Tritt frisch auf, tu’s Maul auf, hör bald auf!“ Ein Unternehmen sei nur so gut wie seine Mitarbeiter, fuhr er fort. Guhl arbeite seit 1984 bei der Bank, seit 2000 sei er Filialleiter und feiere somit nun sein silbernes Jubiläum. Die Betriebszugehörigkeit bei der Volksbank liege im Durchschnitt bei 22 Jahren, bei der Volksbank in Alpirsbach allerdings bei 26 Jahren. Das Team in Alpirsbach betreue ein Kundenvolumen von 200 Millionen Euro, so Heinzmann.

Insgesamt 16 Filialen

Seit 1985 sei die Bank an ihrem jetzigen Standort, seit 2011 im derzeitigen Gebäude. Die Filiale sei eine der schönsten der insgesamt 16 Standorte. Er schloss seine Rede mit einem weiteren Zitat von Martin Luther: „Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.“ Heinzmann stieß auf den 150. Geburtstag an.

Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Nowak sprach in seinem Grußwort von einem zeitlosen Erfolgsmodell der Genossenschaft. Die Vereinten Nationen haben für das Jahr 2025 das „Internationale Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen. Das sei ein Steilpass für das Jubiläum, so Nowak. Alpirsbach, gegründet im Jahr 1095, sei die älteste Kommune in der Kulisse der Volksbank und beherberge die „Grand Dame der Volksbankfamilie“. Mit Grüßen seitens des Aufsichtsrats dankte er den Mitarbeitern und Kunden für die langjährige Treue.

Auch Amtsverwalter Norbert Beck sprach ein Grußwort zum Jubiläum. „Wenn man über 150 Jahre spricht“, so Beck, „klingt das fast ein bisschen ehrfürchtig.“ Aber am Ende gehe es nicht um die Zahl, sondern um das, was dahinter steckt: Menschen, die mit Mut, Weitsicht und Vertrauen etwas aufgebaut haben, das bis heute Bestand hat. Er wünschte weiterhin Mut, Herz und Erfolg für die Zukunft.

Unbeschränkte Haftung

Martin Guhl gab einen zeitlichen Überblick über die 150 Jahre Volksbank in Alpirsbach. Gegründet wurde die Bank 1875 als Spar- und Vorschussverein e.G.m.u.H durch die Initiative des Fabrikanten Junghans aus Schramberg. Die Abkürzung u.H., unbeschränkte Haftung, bedeutet, dass Kunden ihre gesamten Einlagen und mehr verlieren konnten. 1982 wurde die Spar- und Darlehenskasse gegründet. Es gab damals also zwei Genossenschaftsbanken in Alpirsbach.

Aus der Spar- und Darlehenskasse wurde 1936 die Gewerbebank Alpirsbach, allerdings nicht mehr mit unbeschränkter Haftung. Die Filiale war in der Hindenburgstraße. Diese Straße gibt es heute nicht mehr.

Mehrere Fusionen

1940 entstand die Volksbank Alpirsbach, eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung, zunächst in der Hauptstraße, etwa 150 Meter unterhalb der jetzigen Filiale. Diese Räume wurden 1953 und dann nochmals 1958 erweitert.

Im Jahr 1968 schlossen sich Rötenbach und Peterzell an. Die nächste Fusion fand 1971 mit Alpirsbach und Schiltach zur Volksbank Oberes Kinzigtal statt. 1988 kam der Zusammenschluss mit Oberwolfach und Haslach-Hausach zur Volksbank Kinzigtal.

Der letzte Zusammenschluss fand im Jahr 2017 mit der Volksbank Triberg zur Volksbank Mittlerer Schwarzwald eG statt.