Zum 800-jährigen Dorfbestehen hat der Wallburger Künstler Markus Föhrenbacher ein Graffiti gestaltet. 60 Sprühdosen hat er für das Projekt gebraucht.
Wer mit dem Auto aus Richtung Schmieheim kommend nach Wallburg reinfährt, wird ab jetzt nicht mehr bloß vom gelben Ortsschild begrüßt. Anlässlich des 800-jährigen Jubiläum des Ortes ziert ein großflächiges Graffiti die Mauer am Straßenrand. „Es war uns ein Anliegen, zum Jubiläum auch etwas langlebiges zu schaffen, zusätzlich zu all den Festen die wir geplant haben“, erklärt Ortsvorsteherin Marion Ibert vor Ort im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die Entscheidung, Markus Föhrenbacher für das Projekt zu engagieren, sei schnell getroffen worden – der Grafiker ist gebürtiger Wallburger, seine Eltern leben im Ort und sind dort engagiert. In den vergangenen Jahren hatte Föhrenbacher bereits öfter kleine Kunstprojekte umgesetzt – zuletzt hatte er ein Bild an eine Bushaltestelle gesprüht. „Das lief alles total unkompliziert“, berichtet Föhrenbacher. „Ich habe einen Entwurf entwickelt, der wurde vom Ortschaftsrat sofort genehmigt, und dann konnte es schon losgehen.“
Zweieinhalb Tage hat es gedauert, bis aus der weißen Wand am Ortseingang ein Kunstwerk mit Schriftzug, einem Wald, Rotkehlchen und einer Darstellung der Wallburger Kirche geworden ist. Insgesamt 60 Sprühdosen habe Föhrenbacher verwendet. Besonders viel Spaß habe es ihm gemacht, dass die Verwaltung ihm Freiraum bei der Gestaltung ließ. „Ich bin ein Fan von solchen kleinen Elementen, wie das Rotkehlchen zum Beispiel.“ Ein großer Schriftzug solle außerdem dafür sorgen, dass das Werk auch im Vorbeifahren gut erkennbar ist.
Helfer aus dem Ort grundierten die Mauer
Die weiße Grundierung der Mauer sei zwischenzeitlich zu einem Problem geworden, erzählt Ibert. „Wir wollten eigentlich zwei Wochen früher damit anfangen, aber das ständige Regenwetter hat uns einen Strich durch die Rechung gemacht.“ Fleißige Helfer aus dem Ort hätten dann aber dafür gesorgt, dass es besonders schnell ging, als die Sonne wieder schien. Während Föhrenbacher am Werk war, seien häufig Autofahrer und Fußgänger auf ihn aufmerksam geworden. „Die Leute haben gewunken, gehupt und mich angesprochen – sie waren interessiert, was ich da mache und das Feedback war durchweg positiv.“
Jetzt, wo das Werk fertig ist, bekommt auch die Ortsverwaltung immer wieder Rückmeldungen aus der Bevölkerung: „Wir hatten Bedenken, ob auch die älteren Menschen im Ort sich davon angesprochen fühlen, aber gerade die sind total begeistert“, so Ibert erleichtert.
Föhrenbacher habe sich über den Auftrag aus seinem Heimatdorf gefreut, er mache am allerliebsten große, öffentlichkeitswirksame Projekte. In Lahr hatte er vor einigen Jahren bereits die Fassade des ehemaligen Kinocenters gestaltet, ein Ziel für die Zukunft sei, noch mehr freie Kunst mit eigenen Ideen zu machen. Das Sprühen hat er im Alter von 15 Jahren begonnen und sich vieles selbst beigebracht. Inzwischen lebt Föhrenbacher in Friesenheim, sprüht bereits seit 24 Jahren und ist stolz, jetzt am Ortseingang seiner Heimat verewigt zu sein.
800 Jahre Wallburg
Für das große Jubiläumsjahr des Ettenheimer Ortsteils ist im Mai das Stadtradeln geplant, zwei Wochen später gibt es eine kulinarische Wanderung. Ein großes Festwochenende im September soll mit buntem Programm, Livemusik und einer Ausstellung überzeugen.