Einen Strauß von 50 roten Clownsnasen hatten die Geschäftsführer der Clowns im Dienst als Dank für die fast 50-jährige Unterstützung durch die GPKV mitgebracht. Unser Bild zeigt (von links) Piet Schaber, Elisabeth Nagel und Oliver Klopsch mit Christel Ruckgaber (Clowns im Dienst). Foto: Jeanette Tröger

Mit einem Festakt wurde am Wochenende der runde Geburtstag der Grace P. Kelly-Vereinigung gefeiert. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, „haben wir einem kleinen Mädchen und zwei engagierten Frauen zu verdanken“, würdigte die Vorsitzende Elisabeth Nagel.

Petra Kelly hat ihre große Trauer über den frühen Tod ihrer krebskranken kleinen Schwester Grace in tätige Hilfe für vom gleichen Schicksal betroffene Kinder transformiert. Die von ihr gegründete Grace P. Kelly-Vereinigung durfte am Wochenende ihren 50. Geburtstag begehen.

Seit 50 Jahren macht die Grace P. Kelly-Vereinigung (GPKV) mit Sitz in Calw unter anderem mit den „Kinderplaneten“ möglich, dass krebskranke Kinder in der sterilen medizinischen Welt von Krankenhäusern auch eine auf ihre kindlichen Bedürfnissen abgestimmte, geschützte Umgebung finden, sozusagen eine Sicherheitszone, in der sie Vertrautheit und Zuflucht finden. So eine wie sich die kleine Grace in ihrem Krankenbett erträumt hat.

Stilvoller Festabend

Mit einem stilvollen Festabend im Residenzsaal des Bad Teinacher Hotels Therme wurde dieser Geburtstag mit Vertretern der inzwischen neun Kinderplaneten und mit zahlreichen Unterstützern, Spendern und Freunden der Vereinigung würdig gefeiert.

Geschichte

„Unseren 50. Geburtstag haben wir einem kleinen Mädchen und zwei engagierten Frauen zu verdanken“, ging die Vorsitzende der GPKV, Elisabeth Nagel, auf die Gründung ein und gab einen Abriss über die vergangenen 50 Jahre.

Tatkräftiges Team

„Petra Kelly nahm den Gedanken ihrer kleinen Schwester auf und zum ersten Kinderplaneten, der 1995 in Heidelberg gegründet wurde, kamen bis heute noch acht weitere dazu,“, so Nagel, „der jüngste entstand 2015 in der Klinik am Eichert in Göppingen.“ Nagel erinnerte an Erika Heinz, die nach dem Tod ihrer Freundin Petra Kelly ab 1993 die Vereinigung mit großem Engagement bis zu ihrem eigenen plötzlichen Tod 2018 weiterführte. Von 2018 bis 2022 standen Illona Kollum, Verwaltungsleiterin der Rehaklinik Katharinenhöhe, und Mark Kersting an der Spitze der GPKV. Seit vergangenem Jahr führen Elisabeth Nagel und Piet Schaber als ihr Stellvertreter mit einem tatkräftigen Team die Arbeit von Kelly und Heinz weiter.

Festvorträge

Für den Festvortrag war Gerlind Bode mit ihrem Mann Ulf Bode aus Bonn nach Bad Teinach gekommen. Sie engagierte sich über 50 Jahre in der von ihrem Mann begründeten Kinderkrebshilfe und war hautnah dabei, als Petra Kelly 1973 die GPKV gründete. Sie und ihr Mann, der in Heidelberg am Deutschen Krebsforschungszentrum wirkte, „haben schon früh festgestellt, dass zur Behandlung krebskranker Kinder neben den Medikamenten viel mehr gehört,“, erzählte Bode, „die Angehörigen gehören dazu und eine psychosoziale Begleitung für Kinder und Eltern.“

Charismatische Persönlichkeit

Elternhäuser einrichten, Räume für Schulunterricht in der Klink schaffen, sich mit anderen Förderprojekten vernetzen, auch Feste veranstalten „und das Leben feiern“, davon erzählte Bode voller Herzenswärme. Zu einem dieser Feste kam Petra Kelly, die beiden Frauen arbeiteten ab da intensiv zusammen, „sie war eine charismatische Persönlichkeit, die innerhalb kurzer Zeit Menschen für sich einnehmen konnte.“ Kelly habe unheimlich viel gearbeitet, war ungeduldig, sie wollte viel und wollte es möglichst sofort, erinnerte sich Bode, „ich vermisse sie sehr.“

Er empfehle jedem den eigenen Besuch eines Planeten, „ich war sehr beeindruckt“, sagte Jürgen Ott, der OB Florian Kling beim Festabend vertreten hat. „Wir danken ausdrücklich dem Vorstand um Elisabeth Nagel und Piet Schaber, sie kämpfen mit viel Herzblut für unsere Vereinigung.“ Sprach’s und überreichte zur großen Freude der beiden als Geburtstagsgeschenk der Stadt einen Scheck über 500 Euro.

Kinderplaneten

Kurze Berichte über die Kinderplaneten gaben ein Bild, welche Arbeit und in welcher Qualität in den einzelnen Einrichtungen geleistet wird und wie die Spenden der GPKV dort eingesetzt werden. Geschäftsführer Stefan Maier von der Katharinenhöhe erinnert sich an „Petra Kelly mit ihrer wahnsinnigen Tatkraft und Energie“ und auch an Erika Heinz, „die, schon bevor es die Kinderplaneten gab, Geld sammelte und erklärte, wie wichtig unsere Arbeit ist.“

100. Geburtstag

S.K.H. Eberhard Herzog von Württemberg berichtete von den Kinderplaneten in Paraguay und Tibet, wo Waisenkinder und kranke Kinder eine Heimat und Versorgung bekommen. „Seien Sie gut zu Kindern, wir haben nichts Besseres“, machte er sich eine Überzeugung Ottfried Preusslers zu eigen, dessen 100. Geburtstag sich am Festabend jährte.

Die Vertreterinnen der Klinik am Eichert berichteten, wie farbenfroh und detailreich die Wände und Decken in den Untersuchungsräumen und Fluren im dortigen Kinderplanet gestaltet sind. Der Calwer Künstler Gerd Woreschke hat großformatige Deckenbilder mit Tiermotiven geschaffen, und an die Planeten-Vertreter verteilt.

Clowns

Einen lustigen Empfang bereiteten Peppina und Co., die „Clowns im Dienst“ den Festgästen zu Beginn, im Saal sah man danach so manch bunte Feder im Haar oder in Jackentaschen. Seit fast 50 Jahren wird die ebenfalls segensreiche Arbeit der Clowns von der GPKV unterstützt. Dafür bedankten sich die Geschäftsführer Christel Ruckgaber und Oliver Klopsch bei Elisabeth Nagel und Piet Schaber mit einem Strauß von 50 roten Nasen.

Der Moment, als die beiden GPKV-Vorstände sich je eine aufsetzten, sorgte für ansteckend-fröhliche Heiterkeit im Publikum, bevor Stimm 3, die den Abend musikalisch umrahmten, mit „You raise me up“ der aufbauenden, Mut machenden und heilsamen Arbeit der GPKV einen berührenden Klang gaben.

Spenden

Wer die GPKV mit einer Spende unterstützen möchte, findet die Infos dazu unter www.grace-p-kelly-vereinigung.de. Dort sind auch die Verkaufsstellen des neuen Kalenders 2024, wieder gestaltet von Kathrin Engelking, aufgeführt. Am 9. November geben Stimm 3 ein Benefizkonzert zugunsten der GPKV in der Versöhnungskirche in Heumaden.