Die Baustelle liegt auf einem eingetragenen Bodendenkmal. Foto: Reimer

Weil auf einer Baustelle in der Sulzer Rosenstraße Zeugnisse vergangener Zeiten entdecken wurden, fand kürzlich eine Rettungsgrabung statt.

Sulz - Im Vorfeld des Neubaus von Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage in der Sulzer Rosenstraße wurden bereits Ende Februar laut des Landesamtes für Denkmalpflege archäologische Spuren erkannt. Die Baustelle liegt offenbar in einem eingetragenen Bodendenkmal. Deshalb beauftragte man die ArchaeoConnect GmbH aus Tübingen mit Grabungsarbeiten, die innerhalb einer Woche abgeschlossen werden konnten.

Fünftes Jahrhundert

Die Bauarbeiten könnten nun wie geplant weitergehen, so die Aussage des Landesdenkmalamtes. An Befunden habe man eine Kulturschicht, die vermutlich in das fünfte Jahrhundert vor Christus datiere, sowie verschiedene Pfostengruben von ehemaligen Gebäuden und einen Rennfeuerofen zur Metallbearbeitung erfasst und dokumentiert.

Einer, der sich mit archäologischen Funden bestens auskennt, ist Bernd Pieper aus Oberndorf-Aistaig. In gepflügten Feldern, auf Baustellen und rund um alte Burgen findet er immer wieder Zeugnisse der Vergangenheit und ist seit gut zehn Jahren ehrenamtlicher Beauftragter des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege.

Über den jüngsten Fundort in Sulz weiß er, dass es in diesem Bereich in der Vergangenheit immer wieder zu Funden von der Eisenzeit bis ins Spätmittelalter gekommen ist. Er und seine Frau haben bereits einige Oberflächenfunde gemacht, die vom Frühmittelalter bis in die frühe Neuzeit datieren.