Die Bewohner der Pflegeheims Gottlob-Freithaler-Hauses in Schiltach werden in der gewohnten Umgebung ihrer Wohnbereiche in ihren eigenen Zimmern geimpft. Foto: Sozialgemeinschaft Schiltach/Schenkenzell

Bewohner und Mitarbeiter geimpft. 180 Dosen bestellt. Mobile Teams seit Weihnachten auf Tour.

Als erstes Pflegeheim im Landkreis Rottweil sind am Dienstag Bewohner und Mitarbeiter des Gottlob-Freithaler-Hauses in Schiltach zum Schutz gegen Corona geimpft worden.

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Schiltach - Noch ohne Termin begann die Sozialgemeinschaft Schiltach/Schenkenzell (SGS) vor Weihnachten Einverständnisse einzuholen. Zügig war klar, dass 180 Dosen Impfstoff bestellt werden müssten, wenn die plötzliche Abfrage käme – die kam am Silvestermorgen und der Termin wurde gleich mitgeliefert.

Feiertage hin oder her, die SGS-Verwaltungsmitarbeiter sammelten die notwendigen Daten aller bereiten Impflinge und erfassten diese auf der zentralen Impfseite des Landes im Internet. Individualisierte Papiere wurden erstellt und nach sinnvollen Impfabfolgen geordnet, Materialwagen gepackt sowie Büroräume und helfende Mitarbeiter für den großen Tag verplant.

Mitarbeiter werden zentral geimpft

Am Dienstagmorgen rückten alle fünf mobilen Impfteams des Zentralen Impfzentrums Offenburg an. Doch bevor es losging, mussten alle Impfteammitglieder in die hauseigene Teststation der SGS zum Coronaschnelltest.

Die unscheinbare Box mit den abgezählten und gekühlten Impfdosen wurde derweil im Büro des geschäftsführenden Leiters der Einrichtung, Uli Eßlinger, untergebracht. Das diente als Verteilerstelle für alle Impflinge in den Impfzimmern und Wohnbereichen des Pflegeheims. "Die Mitarbeiter werden zentral geimpft und unsere Bewohner in ihrer gewohnten Umgebung der eigenen Zimmer. Damit hält sich, hoffen wir, die Aufregung in Grenzen", so Eßlinger.

Weil wegen der Haltbarkeit lediglich fünf Spritzen aus einer der Kühlung frisch entnommenen Portion Impfstoff in eine Spritze aufgezogen werden durften, gab es einen regen Laufverkehr zwischen Verteilzentrum, Impfzimmern und Wohnbereichen. Jeder Impfling wurde laut Mitteilung trotz schriftlicher Einverständniserklärung kurz vor der Spritze und nach einem gewünschten Aufklärungsgespräch nochmals um seine freiwillige Einwilligung gebeten: "Wenn die Nadel kommt, ist auch der zuvor Ruhigste etwas angespannt", so die Erfahrung einer der fünf Ärzte im Haus. Dann helfe manchmal ein Augenzwinkern: "Meine Nadeln und Hände sind so zart wie Schokolade", versicherte ein Impfender und entlockte so manchem ein Lächeln.

Mobile Teams seit Weihnachten auf Tour

Die mobilen Impfteams aus Offenburg sind seit Weihnachten auf Tour und haben bereits einige Pflegeheime im Ortenaukreis durchgeimpft. Doch jede Situation vor Ort ist anders und die externen sowie internen Mitarbeiter müssen sich darauf einstellen. Bei der zentralen Impferfassung im Büro der Schiltacher Pflegedienstleitung, das Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes schnell zu ihrer Schaltzentrale im Schiltacher Pflegeheim umbauten, gab‘s um die Mittagszeit etwas Stau. Die Vermutung lag nahe, dass der Server des Landes auf eine harte Probe in puncto Datenverarbeitung gestellt wurde, denn mit dem Impftermin in Schiltach ging auch das Zentrale Impfzentrum in Offenburg in Betrieb. Die Schiltacher Impflinge zeigten allerdings keine Komplikationen. Sie ruhten sich nach ihrer Gabe lediglich eine halbe Stunde aus.

Am Ende der Aktion waren 95 Prozent der Bewohner des Gottlob-Freithaler-Hauses und 80 Prozent der SGS-Mitarbeiter zum Schutz gegen Corona geimpft. "Ein tolles Ergebnis", so Eßlinger.

Der für einen voll ausgenutzten Schutz notwendige zweite Impftermin ist voraussichtlich am 26. Januar – wieder in Schiltach.

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