Vielfältig war die Weihnachtsverkündigung in Lörrachs Kirchen.
Joachim Giesler, ihr katholischer Kollege, Stadtpfarrer von Lörrach und Inzlingen, hingegen zelebrierte drei Weihnachtsgottesdienste verteilt auf zwei Tage: an Heiligabend in der voll besetzten Kirche St. Bonifatius und am nächsten Morgen in Inzlingen (St. Peter und Paul) und anschließend in Stettens Kirche St. Fridolin.
Die Krippe steht im Mittelpunkt der Predigt
Vorne hinter dem Altar von St. Bonifatius stand ein großer Weihnachtsbaum mit Lichtern, umrahmt von grüner Scheinwerferbeleuchtung an den Wänden des Chorraumes. Zu Beginn dieser Feier zog Giesler mit seinen Ministranten zuerst an die Krippe vorne rechts.
Um Jesus speziell als Krippenkind ging es in der Weihnachtspredigt hauptsächlich, die Giesler dreimal auf gleiche Weise an den Orten seiner Weihnachtsverkündigung hielt. Er erinnerte dabei an die Bräuche zu diesem Fest und das Aufstellen von Krippen mit dem Jesuskind.
Besonders habe ihn da die Darstellung einer Krippe in Schuhkartongröße einer jugendlichen Künstlerin angesprochen. In dieser Krippe lag ein „Mensch-ärgere-dich-nicht-Männchen“ (Giesler) als Jesus-Kind, das ein aufgemaltes grinsendes Gesicht zeigte.
Er sei berührt von diesem Figürchen, da es die Weihnachtsgeschichte ganz simpel zusammenfasse: „Mensch, ärgere dich nicht, denn Gott ist Mensch geworden.“ Es passe zu Maria, die Grund zum Ärger hatte, da sie ihr Kind nur in einem Stall gebären konnte.
Weihnachtsgottesdienste mit Orgelmusik
Ärgerlich sei auch, dass die Sterndeuter bei ihrer Reise zum Jesuskind bei einem herrschsüchtigen König nach dem Weg fragten und so eine Katastrophe auslösten, weil dieser aus Angst um seine Macht zwei Jahrgänge von Neugeborenen töten ließ. Jesus, den dieser König Herodes nicht töten konnte, habe unterschiedlich zuerst als Kind und später als Erwachsener Ärger verursacht. Es passe deshalb zu einem seiner Worte: „Selig sind, die sich nicht an mir ärgern, die nicht an mir Anstoß nehmen.“
Am Ende wollte man Jesus auch deshalb töten und ihn so zum Schweigen bringen: „Doch wieder hat der Mensch die Rechnung ohne Gott gemacht“, sagte Pfarrer Giesler, da Jesus, der Sohn Gottes, den Tod am Kreuz überwunden habe. Jesus wolle uns nicht ärgern, sondern bewegen: „Mensch, ärgere dich nicht“, rufe Jesu, um die Menschen zum Leben zu führen. Es gelte Ärger hinter sich zu lassen und sich der Freude zuzuwenden, auf die Krippe zu schauen, passend zum Lied: „O du fröhliche“ mit seinem Vers: „Freue, freue dich o Christenheit“.
Die Weihnachtsgottesdienste mit Pfarrer Giesler waren musikalisch umrahmt. Zu Beginn in St. Bonifatius gab es Sologesang durch Kantor Andreas Mölder, der die Geschichte von Jesu Geburt historisch ansagte. Und am Schluss in St. Fridolin spielte Martin Hagmeier die grandiose Orgeltoccata von Charles Widor.