Esther Betz-Börries und ihr Nachfolger Matthias Trumpp, in der Remigiuskirche auf dem Lemberg. Foto: Manuel Virág

Esther Betz-Börries leitet in der Remigiuskirche Nagold zum letzten mal die „Kirche für Groß und Klein“. Wie geht es mit dem besonderen Gottesdienstformat weiter?

Als „Kirche für Kleine“ hat es angefangen, über die Jahre wurde er zur „Kirche für Groß und Klein“ entwickelt. Am Sonntag, 14. Dezember, findet in der Remigiuskirche Nagold ab 10.45 Uhr der letzte Gottesdienst dieses Format mit Esther Betz-Börries statt.

 

„Vor circa 18 Jahren habe ich mit ,Kirche für Kleine‘ begonnen“, erzählt Betz-Börries im Gespräch mit der Redaktion in der Remigiuskirche. „Kirche ist für Kinder manchmal sowas Fremdes und Steifes, und ich habe gedacht, eigentlich müssten doch die Kleinen einfach mal erleben, dass da ein Ort ist, wo man reden, singen, basteln und laufen darf“, fährt sie fort.

Ihr Ziel sei es damals gewesen, die Kirche für Kinder etwas interessanter und freundlicher zu gestalten. Kirche solle für Kinder ein Ort sein, an dem sie sich geborgen fühlen und einen Zugang zu Gott finden können, erklärt Betz-Börries.

„Ich war zwölf Jahre lang Pfarrerin, bevor mein Mann nach Nagold kam und habe das Format da schon gemacht“, erinnert sie sich. „Hier habe ich das dann vor 18 Jahren einfach ehrenamtlich angefangen.“

Auch die Erwachsenen finden Gefallen an dem Format

Über all die Jahre hinweg, gab es in diesem Format für Betz-Börries einige schöne Momente.„Bei ,Kirche für Kleine‘ haben wir immer, auch wenn es 20 bis 25 Kinder waren, jedes Kind mit seinem Namen und dem Lied ,Gott liebt dich‘ angesprochen. Manchmal dann dieses Strahlen: Wow, mein Name! Ich bin persönlich angesprochen! Das sind so Momente da geht mir das Herz auf“, freut sie sich.

Zu den Gottesdiensten kamen meist 40 bis 50 Besucher. „Wir haben dann gemerkt, dass tatsächlich das den Erwachsenen auch gefällt“, sagt Betz-Börries stolz. Daraufhin wurde der „Gottesdienst für Kleine“ in „Gottesdienst für Groß und Klein“ umbenannt und beide Gottesdienste, der für die Kinder und der für die Erwachsenen, zusammengeführt.

„Kirche für Groß und Klein“, sei mittlerweile auch der Haupt-Sonntagsgottesdienst für die Familie und nicht mehr nur ein Zusatz. Außerdem sei nicht mehr nur die Remigiuskirche dabei, auch die Stadtkirche und die Gemeinde Iselshausen. „Das ist organisatorisch einfacher“, erklärt Betz-Börries.

Mit dem Gottesdienst am dritten Advent kündigt Esther Betz-Börries allerdings an, das Format in Zukunft an Pfarrer Matthias Trumpp abzugeben.

„Ich trete natürlich in großen Fußstapfen“

„Dadurch, dass mein Mann nun im Ruhestand ist, habe ich überlegt, welche ehrenamtlichen Sachen ich weitermache“, erklärt sie. „Die Jungschar und den Förderverein kann ich weiter machen, aber ich denke der Matthias ist einfach jemand, der in diesem Bereich viel mitbringt. Besonders durch seine Lebenssituation hat er das nötige Know-how und kennt auch viele Familien mit Kindern. Da muss ich jetzt nicht irgendeine Parallelstruktur machen. Aber ich habe immer gesagt wenn er mich braucht, bin ich dabei“, führt sie aus.

„Ich trete natürlich in großen Fußstapfen“ lacht Trumpp. Sein Pfarramt ist neuerdings auch für den Lemberg zuständig. „Wir wollen den Lemberg stärken, was Familienaktionen angeht“, kündigt Trumpp an.

Erfahrungen mit der „Kirche Kunterbunt“

Im November hatte er das Format „Kirche Kunterbunt“ in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Emmingen-Pfrondorf ins Leben gerufen. Das Projekt habe großen Zuspruch bekommen, berichtet Trumpp. Bei „Kirche Kunterbunt“ werde sehr großen Wert auf Familien gelegt, betont er. Dort soll es lockere, offene Stationen zum Thema des Tages geben, die Eltern mit ihren Kindern zusammen erkunden können, gepaart mit gemeinsamen Mittagessen und Gottesdienst.

„Durch die Stationen sind die Familien miteinander unterwegs und haben zusammen Quality Time und nicht wie bei anderen, dass die Gottesdienste getrennt sind“, erklärt Trumpp.

Also wird die „Kirche für Groß und Klein“ jetzt durch „Kirche Kunterbunt“ ersetzt?

„Ich habe mein Format ,Kirche für Kleine‘ jetzt einfach in diesen Familiengottesdienst überführt“, sagt Betz-Börries. „Kirche für Kinder geht weiter. Ob das jetzt ,Kirche Kunterbunt‘ oder ,Kirche für Groß und Klein‘ heißt, wir wollen einfach, dass sich Kinder in der Kirche wohl fühlen und einen leichteren Zugang zum Glauben finden.“ Für Esther Betz-Börries ist wichtig: „Kirche für Kinder geht weiter! Hier hört nicht irgendwas auf, ich gebe es nur weiter an Matthias.“