Nach dem festlichen Gottesdienst nutzten viele die Gelegenheit, noch einmal persönlich mit Dekan Halter zu sprechen und sich zu verabschienden.Fotos: Baiker Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Dekan Halter und Kaplan Eklou nehmen Abschied / Dank für "wunderbare Gottesdienste und Predigten"

Man lässt beide ungern gehen – das war der Tenor der Abschiedsworte bei der festlichen Messfeier anlässlich der Verabschiedung von Dekan Alexander Halter und Kaplan Ghislain Eklou.

Empfingen. Gemeinsam mit Kaplan Ghislain Eklou, Diakon Karl Gemeinder und Thomas Fürst (Pfarradministrator zur Vertretung) zelebrierte Dekan Alexander Halter den Abschiedsgottesdienst.

In seiner Begrüßung hieß Halter alle herzlich willkommen. Es seien heute ein bisschen mehr Leute gekommen, und alle spiegelten das Leben in der Kirche. "Gott ist da in unserem Leben. An diesem Abend sind wir verbunden im Glauben."

Wir seien an einem toten Punkt angekommen, sagte Halter, eine Formulierung von Kardinal Reinhard Marx aufgreifend. Es sei schmerzlich wahrnehmbar, wie schnell und rasant in den letzten Jahren vieles im kirchlichen Leben wegbreche, wie Menschen scharenweise aus der Kirche austräten und das Ansehen von Kirche und ihrer Amtsträgern in der säkularen Wahrnehmung gesunken sei.

"Die Kirche ist nicht tot", so Dekan Halter, "auch wenn manche nicht aufhören wollen, sie totzureden. Bestes Beispiel sind Sie heute Abend – wir leben noch. Kirche lebt."

In den Fürbitten wurde an die Flutopfer gedacht, und am Ende des Gottesdienstes gab es viele Dankes- und Grußworte.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ulrike Brendle forderte dazu auf, zu teilen was bleibt. So bat sie Gemeindereferentin Antje Perktold, mit ihren Kräften hauszuhalten. Es gelte jetzt, Perktold mit aller Kraft zu unterstützen. Brendle erinnerte an die Anfangszeit von Dekan Halter in Empfingen. Kaplan Ghislain Eklou dankte sie für seine Gottesdienste und für seine Offenheit. Er bekam einen Moderationskoffer.

Für Dekan Alexander Halter zauberte sie aus einem Behältnis mehrere kleinere Gegenstände, zu denen sie nachdenklich stimmende und aufmunternde Worte fand. Sie bat ihn bei seinen Begegnungen, jeden Einzelnen zu sehen, nicht nur die Gesamtheit. "Ihre wunderbaren Gottesdienste und Predigten werden uns fehlen", so Ulrike Brendle. Als Dank bekam Halter eine gefüllte Geldkassette für die Erfüllung eines langgehegten Wunsches. "Sie werden uns in Erinnerung bleiben", so Brendle.

Bürgermeister Ferdinand Truffner dankte für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen weltlicher und kirchlicher Gemeinde. Er dankte beide Geistlichen für "die Brücken der Ökumene in der Gemeinde", so Truffner. Kaplan Eklou bekam 2019 beim Antenne-1-Festival einen ordentlichen Einblick in das Gemeinde- und Fest-Leben. Eklou habe in seiner Zeit in Empfingen wichtige Arbeit geleistet, den Glauben an der einen oder anderen Stelle gestärkt, Brücken zu Gläubigen und zu anderen Konfessionen geschlagen. Truffner überreichte ihm das Empfinger Heimat-Kistle.

An Dekan Halter gewandt, dankte Truffner für elf Jahre hier in Empfingen. "Sie haben sich auf die Leute, auf ihre Schäfchen, eingelassen, haben ihre Berufung nach Empfingen mit Engagement entgegengenommen. Sie haben – dies darf ich als protestantischer Bürgermeister sagen und betonen – die Kirche in Empfingen zukunftsfähig gestaltet, die Ökumene befördert und unterstützt. Es war immer wieder eine Freude, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Für mich sind Sie ein Geistlicher mit Weitblick, ein Mann der Kirche mit Verstand – was leider aktuell immer mal wieder vermisst wird." Truffner blickte auf das gemeinsame Bauprojekt zurück. Die von Irene und Pius Brendle gestiftete Aussegnungshalle hat die weltliche und beide christlichen Gemeinden zusammengerückt.

Truffner überreichte als Abschiedsgeschenk der Gemeinde Empfingen eine Nachbildung eines Engelleuchters aus Ton, versilbert und teilvergoldet. Der Künstler Tobias Kammerer aus Rottweil durfte vor über 20 Jahren einen Engelsleuchter für die wiederaufgebaute St. Katharinenkirche in Kiew herstellen, das heißt, das Original der Nachbildung steht in Kiew.

Pfarrer Christoph Gruber wollte seine Worte nicht als Gruß-, sondern als Dankesworte verstehen. Die Ökumene ist in Empfingen sehr weit gediehen, gab es doch übers Jahr zwölf ökumenische Gottesdienste und nicht lediglich einen als Mindeststandard, wie es ein offizielles Dokument zwischen der Erzdiözese Freiburg und der evangelischen Kirche in Baden vorsieht. Gruber überreichte ein evangelisches Gesangbuch mit dem Lokalteil von Baden, damit Halter nun wirklich optimal ausgestattet ist für die eine oder andere ökumenische Begegnung an der neuen Wirkungsstätte.

Dekan Alexander Halter ergriff am Ende des Gottesdienstes und der Gruß- und Dankesworte nochmals das Wort. Er dankte allen. "Ich durfte Mensch sein. Vor Ort geschieht noch viel Schönes, die Kirche trägt ihren Teil dazu bei."

Nach dem Gottesdienst gab es auf dem Platz zwischen Kirche und Gemeindehaus noch viele Möglichkeiten, persönliche Dankesworte zu sagen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: