Mit Maskottchen und vielen Geschenken reisten die italienischen „Tieni Viva“ Gospel Voices zum Geburtstag des Schopfheimer Pop- und Gospelchors „Resonance of Life“ an.
Die Gäste aus Ligurien präsentierten sich beim Freundschaftskonzert in der gut gefüllten Stadtkirche als stimmstarker, sehr lebendiger und dynamischer Chor, der eine fantastische Gospel-Show ablieferte. Ein schöneres Geschenk hätte sich der Schopfheimer Pop- und Gospelchor zum Auftakt seines Jubiläumsjahres „30 Jahre Resonance of Life“ nicht wünschen können.
Neben dem musikalisch mitreißenden Konzert gratulierten die Sänger aus Varazze ihren Freunden in der Markgrafenstadt auch noch mit Wein aus Ligurien, einem von zwei Sängerinnen selbst geschaffenen Bild und einem Wimpel aus ihrer Heimatgemeinde.
Mit roter Zirkusjacke und Zylinder kam Maestro Marcello Ghio, der Chorleiter, gleich beim ersten Stück als Entertainer ans Pult – passend zum Soundtrack des Films „The Greatest Showman“, in dem es um einen Zirkusdirektor geht.
Schon hier zu Beginn ihres Programms zeigten sich die Tieni Viva Gospel Voices in Topform bei diesem Stück aus dem Musicalfilm.
Marcello Ghio agierte den ganzen Abend über als wahres Energiebündel und motivierte seinen Chor zu einem Klang voller Energie, Temperament und italienischer Lebensfreude.
Die ligurischen Gospel Voices hatten eine breite Auswahl aus seinem Repertoire mitgebracht: moderne Gospels, Popsongs, Soul und traditionelle Spirituals, begleitet von einer eigenen fünfköpfigen Band, die mächtig Groove und poppig-rockigen Sound in die Kirche brachte.
Bei so viel Italianità und vitaler Stimmenpower aus dem Süden konnten auch die zahlreichen Zuhörer kaum still sitzen. Immer wieder feierten sie die Tieni Viva Gospel Voices mit euphorischem Beifall und Juchzen.
Ob es der Folkklassiker „Bridge Over Troubled Water“ von Simon and Garfunkel war, ein altes italienisches Lied oder die Pophymne „You Raise Me Up“ – stets vibrierte schier die Chortribüne unter dem temperamentgeladenen, soundstarken Auftritt des Gastchors aus Varazze. Da wurde südliche Leichtigkeit und gute Laune verbreitet.
Marcello Ghio, ein früherer Mitsänger des Chors, war dabei stets der antreibende Motor und phänomenale „Showman“, der auch als charismatischer Solist mit kraftvoller Popstimme hervortrat.
Der Schopfheimer Gastgeberchor „Resonance of Life“ bot seinen Freunden, mit denen er seit 2003 eine enge Chorfreundschaft verbindet, gerne die große „Bühne“ an diesem Abend. Christoph Bogon hatte mit seinem Chor aber zum Auftakt oder als „Support“, wie er es nannte, sieben Nummern aus ihrem angestammten Repertoire ausgewählt. Die meisten, darunter „Siyahamba“ („We are marching in the Light of God“), „Total praise“ und „Joshua fit the Battle“, wurden A-cappella aufgeführt, also „unplugged“, unverstärkt, einige andere wie „Mary, did you know“ und „Bless the Lord“ mit Unterstützung am Piano.
Mit ihrem stimmsicheren, stilvollen und emotionalen Chorgesang legten die Sänger und die beiden Solisten Charles McCartney und Emmanuel Boateng einen jubiläumswürdigen Auftritt hin. Die neuen Lieder wollte man für das eigentliche Jubiläumskonzert im November aufheben.
Höhepunkt des Freundschaftskonzert waren die von beiden Chören gemeinsam gesungenen Songs zum großen Finale. „Soleado“, ein Lied ohne Text aber mit sehr einprägsamem Klang, und „Oh Happy Day“, derart schwungvoll und freudig in der Choreografie, kamen dann wie eine richtige „Jamsession“ rüber. Ganz spontan setzte sich Christoph Bogon dazu an die Orgel und toppte den voluminösen Chorklang. Was für ein Jubel in der Kirche.
Und wenn die „Tieni Viva Gospel Voices“ im nächsten Jahr ihr 50-Jähriges feiern, sind die Schopfheimer zum Gegenbesuch eingeladen.