Ein mitreißendes Gospelkonzert gab der gemischte Chor „Resonance of Life“. Chorleiter Bogon freute sich über eine volle Stadtkirche.
„Good Vibrations“, viele gute Schwingungen verbreitete in der Evangelischen Kirche das Jahreskonzert des Pop- und Gospelchors „Resonance of Life“. 70 Stimmen vermittelten die frohe Botschaft des Evangeliums unter dem Motto „A star is shining!“.
Die Suche nach Freiheit wird besungen
Unter Chorleiter Christoph Bogon und mit Verstärkung der Stammband mit Hendrik Rekers am Piano, Uli Pfleiderer an der Gitarre, Hubert Donkel am E-Bass und Hubert Kretschmer am Drumset wurde das zentrale Thema um Glauben, Hoffnung, Liebe zu Gott in Spirituals, Gospels, bekannten Popsongs und Balladen besungen. Eingeschlossen war auch die Suche nach Freiheit, wie es in der afroamerikanischen Musikkultur die Gospelmusik vermittelt.
Bis auf ein Lied in deutscher Sprache, „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen, und zwischendurch ein bisschen Latein in einem modernen Gloria in excelsis waren es alles englische Titel, wie es in der Pop- und Gospelszene gängig ist.
Darunter war ein neuer Gospel eines deutschen Komponisten, die Nummer „Joyful Voices“, mit fröhlichen Stimmen. Sehr schön kam auch der eingängige „Song of Joy“ rüber, ein Lied der Freude.
Solos auch mal im Duett oder zu dritt
„Wade in the water“, wie Christoph Bogon in seiner Moderation meinte: passend zum Wetter draußen, ist nostalgische Musik mit einer verborgenen Botschaft. Das Waten durchs Wasser erinnert an die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Der Gospel erklang in einer zeitgemäßen Soundversion.
Nicht fehlen darf in einem Konzert des „Resonance“-Chors das zeitlose „One-Hit-Wunder“ namens „Spazierengehen in Memphis“, ein sehr bekannter Rocksong, den der Chor schon länger in seinem Repertoire und bestens drauf hat.
Impro-Einlage von Charles McCartney
Dann hieß es auch mal Happy „Pentecost“, was so viel heißt wie „Schöne Pfingsten!“ mit einer gelungenen Impro-Einlage von Charles McCartney.
In der Konzertmitte schien das Motto des Abends auf: „A star is shining tonight“. Zuvor wurde noch mit „Chor pur“ in einem der sechs neu einstudierten Lieder, an denen teilweise lange gearbeitet wurde, Gott in allen Lebenslagen gelobt und ein Lied aus Tansania a cappella gesungen. Hier war dann die Musik emotional, wie es Gospelmusik sein will, eine Musik, die Hoffnung und Mut macht, die gesungene biblische Hoffnung auf eine bessere Welt. Das Konzertereignis war eine populäre Mischung aus verschiedenen Pop- und Gospelbereichen bis hin zu den Wurzeln des Spirituals. Gotteslob in voller Lautstärke also, mit Groove, kräftigem Schlagzeug-Beat, rhythmisch vitalen Gitarrenriffs der bewährten Band. Im Gospel stecken ja viele biblische Geschichten, die man singen kann, und die Botschaft hinter der Musik machte Bogon mehrfach in seiner Moderation der einzelnen Songs deutlich.
Dazu gab es den typischen Wechselgesang zwischen Vorsängern und Chor. Mehrfach mit Soli hervorgetreten sind neben McCartney, Emmanuel Boateng, Margret Bolf, Kim Edelmann, Kerstin Klumb, Franziska Rathgeber, Chantal Rüdiger, Frank Schirrmeier und Natalie Sonntag, auch im Duett oder zu dritt.
Beim Schlussapplaus dankte Bogon auch dem Teenie-Chor, den Nachwuchssängern. Alle waren fast zwei Stunden engagiert bei der Sache, schließlich vermerkte das Programm 20 Nummern (ohne die Zugaben), darunter gegen Ende den progressiven Popsong „Mr. Blue Sky“, der einen blauen Himmel beschreibt und auf seine Art Hoffnung macht.
Musik regt zum Nachdenken und mitklatschen an
Man merkte der Begeisterung des Publikums an, dass Gospelmusik etwas ausdrucksvolles ist, zum Nachdenken anregt, aber auch zum Mitklatschen animiert. Und was will man mehr als dass ein Musikgenre erbaut und Menschen zusammenbringt?
Gospel ist etwas Optimistisches, also eine gute Nachricht in unserer Zeit. Und „Resonance of Life“ konnte im letzten Lied „Shine your light“ ein Lichtbad nehmen, was positive Botschaften anbelangt. Bogon wollte keinen „Schlusskracher“, sondern eine sanfte Ballade, weil man im Advent ist.
Gospelchor feiert 2026 sein 30-jähriges Bestehen
Aber auch ein Gospelchor wird älter. Und so feiert der Schopfheimer nächstes Jahr seinen 30. Geburtstag. Da soll es dann ein großes Jubiläumskonzert geben und man wird wieder die wunderbaren Geschichten über die Kraft der Gospelmusik hören.