Natascha Plietsch freut sich bereits auf ihr neues Leben. Mit ihrem Van will sie quer durch ganz Europa und hofft auf spannende Abenteuer. Foto: Plietsch

Mit ihrem Van reist sie durch Europa auf der Suche nach einem „guten Platz zum Sein“. Auf dieses neue Leben und viele spannende Abenteuer freut sie sich bereits.

Das Haus in Neufra ist verkauft, das Yogastudio in gute Hände übergeben, der Job aufgegeben und die Freunde verabschiedet. Natascha Plietsch kehrt Deutschland den Rücken. Sie wagt ein „Lebens-Experiment in die Freiheit“, wie sie sagt. Ohne Verpflichtung, ohne Zeitdruck, ohne gesellschaftlichen Druck. Leben wird sie künftig in ihrem Van.

 

Traum wird endlich Wirklichkeit

Die Pandemie hat letztlich dazu geführt, dass sie ihre Pläne früher umsetzt, als eigentlich geplant. „Ich möchte einfach mal reisen“, sagt sie. Ihren Hausstand hat die 51-Jährige aufgelöst. Schwer fiel ihr das offenbar nicht. „Ich habe nur noch das, was in den Van passt“, sagt sie lachend. Drei Kisten voller wichtiger Dinge habe sie eingelagert. „Mehr gibt es nicht. Und ich muss sagen, dass es mir nicht schwergefallen ist, die Vergangenheit zu entrümpeln“, erzählt sie.

Im Fall der Fälle auch schnell wieder in Deutschland

Ihre beiden erwachsenen Kinder sehen die Pläne eher mit gemischten Gefühlen. „Aber ich bin ja nicht aus der Welt und im Fall der Fälle auch schnell wieder in Deutschland“, beruhigt Natascha Plietsch.

Über viele Jahre hat Natascha Plietsch das Yogazentrum „Yoga Rottweil“ geführt. Doch auch hier habe die Pandemie viel Unruhe hereingebracht und Plietsch die Freude am Tun getrübt. Mit Anastasia Zepf und Christiane Siber hat sie aber bereits zwei engagierte Nachfolgerinnen gefunden, die am Sonntag, 10. September zur Neueröffnung des Studios im Kapellenösch einladen. „Darüber freue ich mich ganz besonders, denn die beiden sind auf mich zugekommen.

Abschied fällt schwer

Das habe ich dann als Zeichen gesehen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für ein neues Leben gekommen ist“, erzählt Plietsch. 25 Jahre lang war Natascha Plietsch auch am Edith-Stein-Institut tätig. „Hier fällt mir der Abschied echt schwer. Wir waren ein tolles Team“, sagt sie, doch nun sei die Zeit für Neues gekommen. Nun sei es ihr wichtig zu erkunden, wer sie außerhalb der von der Gesellschaft festgelegten Rolle eigentlich ist, erzählt sie. „Das ist dann gelebtes Yoga. Darauf bin ich auch sehr gespannt“.

Erste Reiseziele stehen bereits fest

In einem der letzten Urlaube habe sie sich in Portugal verliebt. „Und Freunde von mir leben in Spanien“, erzählt sie. Unter anderem möchte sie in den Westbalkan reisen. „Überwintern möchte ich am liebsten in der Türkei“, plant sie.

Mit dem Van komplett autark

Im nächsten Jahr soll es dann nach Georgien und Armenien gehen. Zunächst einmal. Und dann wird Natascha Plietsch schauen, wohin das Herz sie trägt. „Mit dem Van bin ich komplett autark, auch was Strom und Wasser anbelangt“. Sie ist also bestens vorbereitet. Neue Erfahrungen in anderen Ländern zu sammeln, findet Natascha Plietsch spannend. Ihr Wunsch ist es, sich irgendwo auch wieder mit einzubringen. „Am liebsten in eine Gemeinschaft, die sich selbst trägt“, sagt sie. Doch nun müsse man eben erst mal schauen.

Yoga weiter ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens

Mit ihrer Familie und ihren Freunden in Deutschland sei sie „im Herzen verbunden“. Auch das Yoga wird weiter ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens sein, an dem sie auch gerne – per Online-Angeboten – teilhaben lässt, kündigt sie an, und einen Blog.

Jetzt verbringt sie erst mal ein paar Tage Urlaub in Holland, wird Ende September nochmals in Rottweil sein, um dann am 2. Oktober endgültig aufzubrechen. „Dann wird es auch Zeit“, sagt sie.