Stilles Gedenken am 20. Mai 2026 an der Neckartalbrücke Horb: In der Nähe der Unfallstelle wurde eine Gedenktafel aufgestellt. Foto: Stadt Horb

Zum ersten Jahrestag des tödlichen Arbeitsunfalls auf der Hochbrücke Horb gibt es nun einen dauerhaften Ort des Erinnerns.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe teilte am Dienstag mit, dass in der Nähe der damaligen Unfallstelle eine Gedenktafel aufgestellt wurde.

 

Noch im Vorfeld des Jahrestags hatten sich sowohl das Regierungspräsidium als auch die Baufirma Porr auf Anfrage unserer Redaktion nicht konkret dazu geäußert, ob ein dauerhaftes Denkmal oder ein sichtbares Zeichen des Gedenkens geplant ist. Nun steht fest: Mit der Gedenktafel soll ein bleibendes Zeichen geschaffen werden.

Schwerer Arbeitsunfall erschütterte die gesamte Region

Vor einem Jahr erschütterte ein schwerer Arbeitsunfall auf der Baustelle der Hochbrücke Horb die gesamte Region. Drei Bauarbeiter stürzten am 20. Mai 2025 in einer Arbeitsgondel aus großer Höhe in den Tod.

Blumen sind am Gedenkstein mit Gedenktafel abgelegt Foto: Stadt Horb

Zum Jahrestag fand außerdem ein stilles Gedenken unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Daran nahmen neben Vertretern des Regierungspräsidiums und der Stadt Horb auch Vertreter der beteiligten Firmen – Matthias Lang (Firma „RÖRO“) sowie Markus Jahn (Projektleiter Porr Hochbrücke Horb) – teil.

Felder: „Tragischer Unfall schmerzt bis heute“

Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder erklärte: „Der tragische Unfall vom 20. Mai 2025 hat uns tief erschüttert – und er schmerzt bis heute. Unsere Gedanken sind weiterhin bei den Familien, Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen.“

Die Inschrift der Gedenktafel Foto: Stadt Horb

Auch Horbs Oberbürgermeister Michael Keßler betonte die Bedeutung des Gedenkens. „Der Verlust von drei Menschenleben hat Horb tief getroffen“, so Keßler. Die Tafel sei „ein Ort des gemeinsamen Innehaltens“.

Große Anteilnahme aus der Bevölkerung

Nach dem Unglück hatte die Anteilnahme in Horb große Wellen geschlagen. Bei einer Spendenaktion für die Hinterbliebenen kamen mehr als 38.000 Euro zusammen. Zudem hatte es wenige Tage nach dem Unfall einen Trauergottesdienst in der Horber Stiftskirche gegeben.

Die Ermittlungen zum Unfall sind inzwischen abgeschlossen. Wie die Staatsanwaltschaft Rottweil unserer Redaktion mitteilte, könnten weitere Informationen zum Verfahrensfortgang noch nicht bekannt gegeben werden.