Margareta und Anton Hettich wohnen „ab vom Schuss“ und sind doch vielen bekannt: Die Wirtsleute der „Schwedenschanze“ sind seit 50 Jahren verheiratet. Klar, dass sich zum Ehejubiläum besonders viele Gäste angesagt haben.
Ihre Goldene Hochzeit feiern diesen Freitag Anton Gregor Hettich und seine Frau Margareta, geborene Willmann. Obwohl sie „ab vom Schuss“ leben, sind sie vielen bekannt: Sie sind die Wirtsleute der „Schwedenschanze“ auf dem Rohrhardsberg.
Margareta wurde 1949 in Vöhrenbach geboren. In die Schule ging sie nach Linach, wo sie als „Auswärtige“ galt, da ihr Heimathof zwar näher am Linacher Schulhaus lag, aber dennoch zu Vöhrenbach zählte. „Die Stadt musste damals Geld dafür zahlen, dass ich in Linach zur Schule ging. Selbst im Winter musste ich die vier Kilometer zu Fuß gehen“, erinnert sie sich. Nach acht Jahren Volksschule lernte sie „ländliche Hauswirtschaft“ und arbeitete dann auf dem heimischen Hof.
Anton Hettich wurde 1952 in Triberg geboren. Nach acht Jahren Schule in Rohrhardsberg, wo etwa 60 Schüler von Klasse eins bis Klasse acht von einem Lehrer unterrichtet wurden, ging es für ihn noch ein halbes Jahr nach Schonach, in die neunte Klasse. Auch er hatte einen langen Schulweg zu Fuß. Danach lernte er auf dem heimischen Schänzlehof Landwirtschaft und besuchte die „Winterschule“, zuerst in Triberg, dann in St. Georgen und in Villingen. Danach war er am heimischen Hof tätig und arbeitete mehr als zehn Jahre am Skilift.
1971 kreuzen sich ihre Wege
Dass sich die Vöhrenbacherin aus dem Schwanenbachtal nahe der Linachtalsperre und der Rohrhardsberger Landwirt kennenlernten, ist der Tatsache geschuldet, dass beide gerne zum Tanz gingen. Beim Tanz in Bräunlingen anlässlich des Erntedankfests 1971 trafen sie sich und verliebten sich.
In Vöhrenbach läuten die Hochzeitsglocken
Zwei Jahre später, am 10. November, läuteten die Hochzeitsglocken – es waren die der Vöhrenbacher Kirche St. Martin. Die standesamtliche Trauung hatte bereits am 8. November stattgefunden. „Die Kirche war wundervoll geschmückt. Aber nicht wegen unserer Hochzeit, sondern wegen des Patroziniums, das am 11. November anstand“, erzählt Margareta Hettich noch 50 Jahre später erfreut.
Das Paar hat acht Töchter und einen Sohn
Gefeiert wurde im damaligen Hotel „Schlossberg“ in Schonach. Das Paar zog hinauf an den Rohrhardsberg, wo es 1979 den Hof übernahm. Bereits 1974 wurde das erste von neun Kindern geboren. Acht Mädchen und ein Junge waren es, als 1990 das letzte Kind das Licht der Welt erblickte.
1985 erwarb Familie Hettich von der Stadt Elzach die „Schwedenschanze“. Der alte Hof lag schon immer auf dem Feld der Familie. Als Auflage wurde verlangt, dass sie das denkmalgeschützte Haus mindestens einmal pro Monat für die Allgemeinheit öffneten.
Mit viel Aufwand wurde das alte Haus restauriert. 1988 öffnete es erstmals als Wanderwirtschaft. „Geöffnet haben wir immer nur am Wochenende und an Feiertagen – und trotzdem kennen uns so viele Menschen“, sagt Anton Hettich.
Hier wird gevespert
Als Speisen gibt es ausschließlich Vesper, manchmal auch einen Eintopf. Bekannt ist das Haus auch durch musikalische Events. So haben die Triberger „Bordellos“ dort auch oft ihren Saisonabschluss gefeiert.
Der Hof wird seit sechs Jahren von Sohn Philipp geführt. Er hat inzwischen von Milchvieh- auf Mutterkuhhaltung umgestellt, in die Vorderwälder kreuzt er wegen der Fleischqualität Limousin-Rinder ein, erzählt das Jubelpaar stolz.
Diesen Freitag, wird das Haus voll werden, denn neben den neun Kindern mit Partnern sind es auch 21 Enkel, die zum Feiern kommen, viele bereits mit Begleitung.