Goldene Hochzeit feiern am Freitag, 30. August, in Dietingen die Eheleute Hermann und Beate Brede. Erst vor vier Jahren haben der gebürtige Pfälzer und die gebürtige Saarländerin ihr neues Zuhause in der Rottweiler Kreisgemeinde gefunden – und zwar eher zufällig.
33 Jahre hatten die beiden zuvor mit großem Engagement und viel Freude den Campingplatz an der Kinzig in Schiltach betrieben. Dazu gehörte der Gastronomiebetrieb „Rosenlaube“ sowie ein Partyservice.
Eine schwere neurologische Erkrankung von Beate Brede im Jahr 2019 – die gelernte Köchin und Hauswirtschaftsmeisterin ist mittlerweile vollständig auf den Rollstuhl angewiesen – zwang das Ehepaar, ihren geliebten Campingplatz aufzugeben und zu verkaufen. Diesen schweren Schritt vollzogen die beiden zum 1. August 2021.
Wohlfühlen in Dietingen
Auf der Suche nach einem altersgerechten und barrierefreien Domizil waren sie in Dietingen fündig geworden. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, schwärmt der 75-jährige Wahl-Dietinger.
Nach einer kurzen „Eingewöhnungszeit“ habe man bei Spaziergängen im oder um den Ort sowie bei Veranstaltungen viele nette Menschen getroffen und Kontakte geknüpft. Jede Woche freut sich der Ruheständler auf den Stammtisch im Gasthaus Hasen.
Das Ehepaar war in Schiltach über viele Jahre in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagiert. Hermann Brede spielte in der Stadtkapelle 40 Jahre die Tuba. Zudem bekleidete er bei den Musikern jeweils zehn Jahre das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden und des Kassiers.
Im Betriebsrat
Den Campingplatz betrieb er nebenberuflich. Im Hauptberuf arbeitete Brede bis zum Eintritt in den Ruhestand bei der Firma Junghans in Schramberg und Seedorf und war dort über längere Zeit stellvertretender Betriebsratsvorsitzender.
Einst Bereitschaftsleiterin
Seine Frau – die gute Seele des Campingbetriebs – gehörte in Schiltach dem katholischen Kirchengemeinderat an und sang im Kirchenchor mit. Über mehrere Jahre war die heute 69-Jährige beim DRK-Ortsverein Bereitschaftsleiterin und Vorort-Ersthelferin. Nebenbei schloss sie die Weiterbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin ab. Vier Jugendliche haben danach bei Beate Brede ihre Ausbildung absolviert.
1979 in Schiltach
Aus beruflichen Gründen hatte das nunmehr seit 50 Jahren verheiratete Paar nach der Hochzeit der Heimat den Rücken gekehrt.
Im badischen Lautenbach im Renchtal übernahm Beate Brede die Küchenleitung in einem Kinderheim.
Von dort aus ging es 1979 weiter nach Schiltach. Dort kamen die zwei Söhne zur Welt. Im Städtchen an der Kinzig wurde die mittlerweile vierköpfige Familie auf den Campingplatz aufmerksam. Zuerst wurde der Platz 1988 auf Probe übernommen. Die Vorgänger wollten altershalber abgeben. Im Februar 1990 führte ein verheerendes Hochwasser zu großen Schäden.
Die Campingzeit
„Weitermachen oder aufgeben“, vor dieser Frage seien sie damals gestanden, erzählt der 75-Jährige. Mit kräftiger Unterstützung von Campern und Musikkameraden habe man den Platz wieder hergerichtet. „Die Campingzeit mit vielen netten Gästen und angenehmen Mitarbeitern war sehr schön“, sind sich beide einig.
Am Freitag ab 14 Uhr
Zur kirchlichen Feier am Freitag um 14 Uhr in der Dietinger St.-Nikolaus-Kirche mit anschließendem Sektempfang und musikalischer Unterhaltung vor dem Gotteshaus freuen sich Hermann und Beate Brede auf ihre Familienangehörigen, Freunde, Bekannte und auf alle, die mitfeiern wollen. Ein Klarinettenquartett mit Sohn Alexander sowie ein befreundeter Organist und Orgelbauer werden den Gottesdienst musikalisch mitgestalten.
Vor der Kirche und in der Zehntscheuer werden Musiker aus Dietingen und Schiltach gemeinsam zu Ehren des Jubiläumspaares aufspielen.