Die geehrten Meister mit Kreishandwerksmeister Alexander Wälde (vorne links) sowie Kreishandwerksgeschäftsführer Lennart Nöller (vorne rechts) und Joachim Eisert, Geschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen (daneben). Foto: Schwarz

50 Jahre nachdem sie erfolgreich ihre Meisterprüfung absolviert hatten, bekamen 36 Handwerksmeister feierlich den Goldenen Meisterbrief überreicht.

36 langjährige Handwerksmeister kamen auf Einladung der Kreishandwerkerschaft und der Handwerkskammer Reutlingen im Kienbergsaal des Kurhauses zusammen, um ihren Goldenen Meisterbrief aus den Händen von Joachim Eisert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, Kreishandwerksgeschäftsführer Lennart Nöller und Kreishandwerksmeister Alexander Wälde entgegenzunehmen.

 

Wälde erinnerte an Ereignisse wie die Verkürzung des Grundwehrdienstes von 18 auf 15 Monate, das Ende des Vietnamkriegs, die Unterzeichnung des Pariser Friedensabkommens und den Ausbruch der Ölkrise, die ebenfalls 1973 stattgefunden hatten. Deutschland habe damals ein Wirtschaftswunder erlebt. „Sie haben die Herausforderung Ihrer Zeit angenommen und sind zu Vorbildern im Handwerk geworden“, so Wälde zu den Jubilaren.

Werte und Tugenden von unschätzbarem Wert

Oftmals seien aus den kleinen Handwerksbetrieben große Industriebetriebe gewachsen. Selbst als die Bänder in den Fabriken während der Finanzkrise stillstanden, habe das Handwerk weitergearbeitet. „Das Handwerk ist die Wirtschaftsmacht von nebenan“, laute der Leitspruch des Berufsstands.

Die Werte und Tugenden der geehrten Handwerksmeister seien von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft.

Handwerk als größter Arbeitgeber und Ausbilder im Kreis

Aktuell betreue die Kreishandwerkerschaft 18 Handwerksinnungen vom Bäcker bis zum Zimmerer. In den 1685 Handwerksbetrieben im Kreis Freudenstadt seien 9805 Personen beschäftigt, 600 Nachwuchskräfte würden ausgebildet. „Das macht das Handwerk zum größten Arbeitgeber und Ausbilder im Kreis.“ Der Jahresumsatz des Berufszweigs betrage 1,3 Milliarden Euro.

Der Goldene Meisterbrief symbolisiere die Lebensleistung der Geehrten. Er mache sich gut an der Wand im Betrieb, so Wälde schmunzelnd.

250 000 Fachkräfte fehlen im Gesamthandwerk

Eisert legte den Fokus auf den steigenden Facharbeitermangel mit derzeit rund 250 000 fehlenden Fachkräften im Gesamthandwerk. Im Kammerbezirk seien Anfang September noch 364 Lehrstellen unbesetzt gewesen. Der Kreis Freudenstadt verzeichne mit 256 neuen Ausbildungsverhältnissen aber ein sehr erfreuliches Plus von 30,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Obwohl die Attraktivität der Handwerksberufe bei Schulabgängern zugenommen habe, sei die Nachfrage nach Berufen in diesem Bereich zu gering. Handwerksmeister seien früher bereits „Allrounder“ gewesen und der lebende Beweis dafür, dass ein Meister handwerkliches Können mit unternehmerischen Qualifikationen vereint. Eine auch künftig ganzheitliche Meisterausbildung halte er für unverzichtbar. Nur sie gewährleiste den umfassenden Wissenstransfer von Generation zu Generation.

Das Positive des Berufs nach außen tragen

Werner Würfele, früherer Kreishandwerksmeister und stellvertretender Obermeister der Maurerinnung, dankte im Namen der ehemaligen Kollegen für die Einladung. Keine Stunde der Höhen und Tiefen, die er im Beruf durchlebt habe, wolle er missen. Wichtig sei, das Positive des Berufs nach außen zu tragen, dann finde sich auch Nachwuchs.

Sie erhielten den Goldenen Meisterbrief

Elektroinstallateur
Albert Balle (Freudenstadt), Walter Kaupp (Loßburg), Anton Klink (Talheim), Gerhard Raible (Eutingen), Hubert Zimmermann (Bad Rippoldsau-Schapbach), Helmut Zinser (Freudenstadt). Werkzeugmacher
Ewald Benz (Loßburg), Bruno Buchholz (Freudenstadt), Günther Hebe (Alpirsbach), Karl-Heinz Renz (Sulz). Gas- und Wasserinstallateur
Berthold Faßnacht (Talheim), Hans Hellstern (Empfingen). KFZ-Mechaniker
Eugen Fischer (Waldachtal), Siegfried Fischer (Waldachtal), Heinz Frey (Baiersbronn), Ewald Heinzelmann (Loßburg), Konstantin Maier (Horb), Edgar Meyer (Loßburg), Fritz Müller (Seewald), Hermann Müller (Pfalzgrafenweiler), Heinz-Wilhelm Seeger (Hochdorf). Zimmerer
Erwin Gaiser (Horb). Konditor
Manfred Hebestreit (Baiersbronn), Karl-Heinz Held (Freudenstadt), Gernot Hirth (Waldachtal). Schlosser
Jürgen Kehrer (Eutingen), Günther Thumm (Horb). Maurer
Lorenz Kreidler (Rexingen), Werner Würfele (Dornstetten). Friseur
Rudolf Lösch (Alpirsbach), Eva Schmidt (Loßburg). Schreiner
Karl-Hans Merz (Loßburg). Fleischer
Adolf Österle (Baiersbronn). Bäcker
Richard Straub (Talheim). Mechaniker
Karl-Heinz Witzelmaier (Grünmettstetten), Gerhard Wolber (Grömbach).