Die Jubilare mit Alexander Wälde, Ernst Berger und Jürgen Greß (alle links), nach der Übergabe der Goldenen Meisterbriefe Foto: Schweizer

Die Handwerkskammer Reutlingen und die Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb übergaben in Ebingen an 57 Jubilare deren Goldene Meisterbriefe.

Trotz notwendigem Fortschritt brauche der Mensch bewusste Orientierung an gewissen Werten, an Fleiß, Verständnis, Toleranz, Weitsicht, Mut und Begeisterung, so Kreishandwerksmeister Ernst Berger bei der Feierstunde in der Ebinger Festhalle. Diese wurde vom Blechbläser-Ensemble der Stadtkapelle Tailfingen unter Leitung von Markus Koch musikalisch umrahmt. Die Bewirtung war dem „Junge Chor“ vom Liederkranz Lautlingen übertragen worden.

 

Ernst Berger konnte in Reihen der zahlreichen Anwesenden auch den Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß, Albstadts Ersten Bürgermeister Roland Schmidt und alle Obermeister willkommen heißen.

1975 Meisterbriefe erhalten

„Heute ist ihr Tag, der Sie mit Stolz, Erfahrung und Zufriedenheit erfüllt“, so Alexander Wälde, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen in seinem Grußwort zu den Jubilaren. Diese hätten 1975 ihren Meisterbrief erhalten, als die Welt noch eine andere war. Zu jenem Zeitpunkt sei gerade die Gemeindereform in Baden-Württemberg abgeschlossen worden. Von Beginn an hätten es die jungen Meister mit neuen Techniken und Materialien zu tun in einem Lernprozess, der bis heute anhalte. „Sie haben die bodenständige Tradition des Handwerks fortgesetzt, ohne Sie wäre der Zollernalbkreis nicht das, was er heute ist“, so Alexander Wälde.

Der vor 50 Jahren erhaltene Meisterbrief sei ein Dokument, das nicht nur Wissen und Können bescheinige, sondern Einsatz, Verantwortung und dem Willen, das Beste zu geben, so Kreishandwerksmeister Ernst Berger. In diesen fünf Jahrzehnten habe sich die Welt tiefgreifend verändert. Deutschland befand sich 1975 unter Bundeskanzler Helmut Schmidt im Zeichen des Wandels, die sozial-liberale Koalition hätte die Politik mit Stabilität und Augenmaß geprägt.

Tatkraft und Ausdauer

Die Nachwirkungen der Ölkrise seien noch spürbar gewesen, Energieeinsparung und wirtschaftliche Vernunft standen hoch im Kurs, bezahlt wurde mit der D-Mark. Man habe mit Herz, Verstand und beiden Händen gearbeitet, ohne Computer, ohne Handys, ohne digitale Hilfe, dafür jedoch mit Erfahrung, Können und Leidenschaft. „Werkstätten waren Orte des Lernens, des Anpackens und des gegenseitigen Respekts, Sie liebe Jubilare, waren mittendrin, haben die Zeit mit Tatkraft und Ausdauer und einer Haltung, die bis heute beispielhaft ist, geprägt“, so Berger.

Vorbilder für junge Menschen

Die Eindrücke, die er im elterlichen Betrieb schon früh miterlebt hätte, wo Probleme kurzfristig gelöst wurden, Verantwortung gelebt und Begeisterung ausstrahlte, hätten ihn bis heute geprägt. Ebenso die Meister in ihren Handwerksberufen, dem zentralen Pfeiler unserer Gesellschaft. „Ihre Lebensleistung zeigt uns, wahre Qualität entsteht dort, wo Können auf Leidenschaft trifft, wo Arbeit noch Herz hat“, so Berger.

An die Meisterinnen und Meister gerichtet meinte der Kreishandwerksmeister, „Sie sind alle Vorbilder – für die jungen Menschen, die heute am Beginn ihres Berufslebens stehen, für Kolleginnen und Kollegen, und für uns alle, die wir das Handwerk als tragende Säule unserer Gesellschaft schätzen“.

Die Geehrten Handwerker und Handwerkerinnen