Wolfgang und Käthe Schroft, die Eltern des Meßstetter Bürgermeisters Frank Schroft, feiern am Freitag, 13. Dezember, ihre Goldene Hochzeit.
„Es ist noch gar nicht so lange her“, wundert sich Wolfgang Schroft darüber, wo all die Jahre denn nun geblieben sind. Das Goldene Ehejubiläum, dass die beiden am Wochenende mit Familie und Freunden feiern wollen, ist für das in Burladingen so bekannte Paar dennoch ein Anlass, darauf zurück zu blicken, was in den fünf Jahrzehnten so passiert ist.
Käthe Türk und Wolfgang Schroft lernten sich beim Tanzen kennen. Aber nicht, weil sie miteinander tanzten, sondern weil Wolfgang Schroft als Saxofonist in der Band Smokies für die richtige Hintergrundmusik sorgte. „Damals gab es genau zwei Orte, wo sich in Burladingen Teenager kennenlernen konnten“, erinnert sich Wolfgang Schroft. Das wäre zum einen das Café Heim gewesen und dann die Diskothek Camp.
Begegnungen auf dem Weg zur Arbeit
Käthe und ihre Freundinnen waren am Wochenende meist gemeinsam auf Achse, immer da „wo die Musik spielte“, erinnerte sie sich mit einem Lachen. Käthe stammt aus einer Landwirtschafts-Familie in Neufra, war gelernte Verkäuferin und auf dem Weg zur Arbeit, wenn sie ins Bekleidungshaus Hess ging, begegnete sie Wolfgang Schroft auch öfters, denn der war auf dem Weg ins Konsum, wo er arbeitete.
Im Jahr 1975, genau am 1. Januar, sollte er zur Bundeswehr einrücken. Da fiel der Entschluss, vorher zu heiraten. In der St. Fideliskirche in Burladingen zelebrierte Pfarrer Wunsch die Eheschließung. Seine Eltern hatten ein Haus in der Hohe Wacht, Käthes Vater stiftete das Geld für die Möbel. Das junge Paar konnte sich häuslich einrichten. Und auch vor 50 Jahren war ihr Hochzeitstag ein Freitag, 13. „Der hat uns Glück gebracht“, sagt Wolfgang Schroft rückblickend.
Nach der Zeit beim Bund nahm seine Karriere Fahrt auf. 1979 begann er seine Arbeit im Außendienst für die Firma Oetker. Käthe arbeitete bei der Firma Fauler und dann bei im Laden von Schuh-Beck. 1986 kam ihr Sohn Frank zur Welt und um mehr Platz zu haben, kaufte die junge Familie ein Haus am Ende der Panoramastraße.
Ein Vierteljahrhundert der Sprecher der Vereine
Der Mitbegründer der Sommerfarben
Wolfgang Schroft engagierte sich nicht nur als Schriftführer und Vorsitzender der Stadtkapelle, er wurde auch zum Sprecher der Vereine. Die organisierten in der Fasnetszeit nicht nur gemeinsame Feiern für die großen Vereine, sondern hoben irgendwann auch das so erfolgreiche Stadtfest „Sommerfarben“ aus der Taufe.
Ein Vierteljahrhundert blieb Schroft Sprecher der Vereine, organisierte, koordinierte, behielt den Überblick. Zwei Jahre war er auch für die CDU im Gemeinderat der Stadt. „Das war, als gerade die Stadthalle saniert wurde“, erinnert er sich an die Diskussionen rund um die Millionenausgabe.
Dann kam ein Schicksalsschlag. Käthe erlitt 2015 eine Hirnblutung und wurde zum Pflegefall. Schroft zog sich von den Ehrenämtern zurück. Die ersten Wochen und Monate waren hart. Wolfgang Schroft blieb an der Seite seiner Käthe, organisierte Physiotherapie und Hilfsmittel wie den Rollstuhl, und irgendwann ging das Paar auch wieder gemeinsam aus. „In Burladingen kennen uns ja alle und freuen sich, wenn sie uns wieder gemeinsam sehen“, sagt Wolfgang Schroft.
Und die Fortschritte seiner Frau kommentiert er mit einem Schmunzeln: „Jetzt übernimmt Käthe wieder das Regiment, da habe ich weniger zu sagen“.
Dass ihr Sohn mittlerweile Bürgermeister von Meßstetten ist – der Wahltag war für beide eine große Freude. Die Familie ist seitdem gewachsen. Frank Schroft heiratete Ann-Kathrin Reger, das Paar bekam zwei Kinder. Mit beiden Enkelkindern Philip und Laetitia telefonieren die Großeltern täglich. „Facetime macht es möglich“, sagt Schroft lachend. Auch zur Familie der Schwiegertochter gibt es einen guten und engen Kontakt.
„Einmal im Jahr gehen wir alle miteinander für eine Woche in Urlaub“, sagt Wolfgang Schroft. Und jetzt schon freut er sich mit seiner Käthe darauf, alle am Ersten Weihnachtsfeiertag in Burladingen in der Panoramastraße willkommen zu heißen und zu bekochen. Kein Zweifel, der Freitag, der 13. – er hat ihnen Glück gebracht.