Seit einigen Jahren wohnt das Ehepaar Bolinger bereits in Balingen. Kennengelernt haben sie sich in Kirgistan. Zu ihrem Ehrentag haben sie über ihre gemeinsame Zeit gesprochen.
50 Jahre Ehe zeugen von einer besonderen Verbundenheit sowie wahrer Liebe und Zuneigung. Dieses Jubiläum darf an diesem Freitag das Balinger Ehepaar Lidia und Johann Bolinger feiern.
Auf die Frage, was das Erfolgsrezept für eine lange und glückliche Ehe sei, antwortet Lidia Bolinger: „Man muss im Leben zusammenhalten. Es kommen immer mal Schnee und Sturm, aber man muss vorausschauen und Probleme gemeinsam meistern.“ Dazu sei Vertrauen ein ganz wichtiger Punkt. „Es ist wichtig, den anderen vollumfänglich zu unterstützen“, sagt die 69-Jährige.
Beide wurden in der ehemaligen Sowjetunion geboren
Fast ein viertel Jahrhundert lebt das Ehepaar bereits im Zollernalbkreis – die jüngsten sechs Jahre in Balingen. Doch kennen und lieben gelernt haben sich Johann und Lidia Bolinger ein ganzes Stück weiter östlich des Zollernalbkreises, in Kirgistan.
Beide sind in der ehemaligen Sowjetunion auf die Welt gekommen – Johann Bolinger 1952 in Tadschikistan, Lidia Bolinger drei Jahre später in Sibirien, beide haben Deutsche Vorfahren.
Als Kinder machten sich die beiden zusammen mit ihren jeweiligen Familien auf nach Kirgistan. Das Schicksal wollte es wohl so, dass sich die Wege der beiden Eheleute letztlich in dem beschaulichen Ort Dschangy-Dscher kreuzten. Dort wuchsen die beiden in der gemeinsamen Nachbarschaft auf, gingen auf die selbe Schule und vertrieben sich die Zeit mit den anderen Jugendlichen im Ort.
Zwei Töchter und ein Sohn gehen aus der Ehe hervor
Mit der Zeit wurde aus Freundschaft Liebe, und so läuteten am 19. April 1974 die Hochzeitsglocken im Südwesten Kirgistans. Zwei Töchter und ein Sohn sind aus der Ehe hervorgegangen. Mit dem Ende der Sowjetunion und dem Fall der Mauer entschied sich die junge Familie im Jahr 1990 dazu, nach Deutschland zukommen. Da die Tante von Lidia Bolinger bereits im Zollernalbkreis wohnte, war es naheliegend, dass es auch Familie Bolinger in die Region zog. Zuerst waren sie in Onstmettingen daheim, „dann haben wir in Geislingen ein Haus gebaut“, erzählt Johann Bolinger.
Viel gereist sind die Eheleute früher
Die erste Zeit in Deutschland war nicht die einfachste. Es habe ein wenig gedauert, bis man so richtig angekommen sei und die Sprache beherrscht habe, erzählen die beiden von der Anfangszeit.
Das Haus in Geislingen haben sie verkauft
„Wir haben viel gearbeitet, Schulden aufgenommen und uns integriert“, berichtet Lidia Bolinger, die jahrelang als Näherin gearbeitet hat. Ihr Ehemann ist gelernet Installateur und Flaschner.
Mittlerweile blicken sie stolz auf das zurück, was sie erreicht haben. Das Haus in Geislingen haben sie vor einigen Jahren verkauft, nun leben sie in Balingen. Regelmäßig bekommen sie Besuch von ihren drei Kindern, die den Bolingers mittlerweile sechs Enkel beschert haben.
Viel gereist sind die Eheleute dazu. Türkei, Mallorca, Montenegro, Tschechien – einmal waren sie auch in der Heimat zu Besuch, in der sich ihre Wege zum ersten mal kreuzten.
Nun stehen die Feierlichkeiten zur goldenen Hochzeit an. Im Kreise der Familie wird das Ehepaar geehrt. „Wir werden zusammen essen gehen“, verrät der 71-Jährige. Wo genau, soll eine Überraschung werden. Das weiß das Ehepaar Bolinger noch nicht. Aber die Vorfreude ist groß, im Kreise der Familie auf 50 Jahre Ehe anzustoßen.