Das Ehepaar Hilda und Wladimir Wiesner feiert seinen 50. Hochzeitstag. Foto: Barbara Rennig

Hilda und Wladimir Wiesner feiern in Rotfelden Goldene Hochzeit. Besonders freut sich das Ehepaar über den guten Familienzusammenhalt.

Wenn Hilda und Wladimir Wiesner bei ihrer goldenen Hochzeit am 5. Juni auf fünf Jahrzehnte gemeinsamen Lebens zurückblicken, erinnern sie sich auch an die vielen Stationen ihres Weges, bevor sie sich im „Ländle“ endlich zuhause und angekommen fühlten.

 

Hilda Wiesner wurde 1952 in Pavlodar/Kasachstan in eine Familie mit insgesamt acht Kindern, darunter sieben Mädchen, hinein geboren. Die deutschstämmigen Eltern waren von Saratow an der unteren Wolga mehrfach umgesiedelt worden, nach Sibirien und schließlich nach Kasachstan.

Hilda Wiesner lernte das Schneiderhandwerk, arbeitete aber auch bei der Post, wo sie ihren späteren Mann, den gleichaltrigen Wladimir Belenok, kennenlernte, der dort als Fahrer beschäftigt war. Es funkte sehr schnell zwischen den jungen Leuten, und sie waren sich in kurzer Zeit einig, den Lebensweg gemeinsam fortzusetzen. Nicht unbedingt zur Freude von Hilda Wiesners Eltern, die nach Usbekistan umziehen wollten und die junge Frau vor die Wahl stellten: entweder mitzuziehen oder „offiziell“ zu heiraten.

1995 Ankunft in Nagold

Die Hochzeit 1974, bei der Wladimir Belenok den Namen seiner Angetrauten annahm, fand in kleinem, bescheidenem Rahmen statt. In den 1990er-Jahren siedelte das Ehepaar mit zwei Söhnen und einer Tochter nach Deutschland aus, 1995 kamen sie nach Nagold, wo sie sich gleich heimisch fühlten, aber auch Deutschkurse absolvierten, um eine Arbeit zu finden.

Wladimir Wiesner arbeitete bei diversen Baufirmen und war dann deutschlandweit auf Montage, Ehefrau Hilda fand eine Anstellung bei der Firma Helag, wo sie 20 Jahre lang als Vorarbeiterin tätig war.

Enger Familienzusammenhalt

Als Schwiegersohn Stefan, der ebenso den Familiennamen seiner Frau Irina angenommen hatte, am Ortsrand von Ebhausen-Rotfelden vor rund vier Jahren eine Kfz-Meisterwerkstatt mit angegliederten Wohnungen baute, zog das seit 2018 berentete Jubelpaar mit ein.

Besonders erfreut sich Hilda Wiesner immer wieder am Blick ins Grüne, ihre „psychologische Tankstelle“, strickt und häkelt viel und arbeitet auch gerne im noch zu erweiternden Garten, wo sie von ihrem Mann unterstützt wird. Wladimir Wiesner genießt außerdem die täglichen Runden mit Familienhund Rocky.

Einmal im Monat trifft sich die ganze Familie mit inzwischen sieben Enkeln, um gemeinsam zu frühstücken, denn der Familienzusammenhalt ist sehr eng und harmonisch. Weil Sohn Dennis ein hervorragender Hobbykoch ist, wird er an dem besonderen Hochzeitstag sicher ebenso etwas Leckeres zaubern, wenn alle zusammenkommen.