Seit 50 Jahren verheiratet: Jutta und Walter Spengler Foto: privat

So schnell vergeht ein halbes Jahrhundert – vor 50 Jahren gaben Walter und Jutta Spengler aus Margrethausen einander das Ja-Wort; heute feiern sie ihre Goldene Hochzeit.

Albstadt-Margrethausen - Walter Spengler, längst Doyen der Margrethausener Ortschaftsräte und nach wie vor albstadtweit bekannter praktizierender und promovierter Arzt, ist im April 80 Jahre alt geworden – im Jahr 1960, als er seiner späteren Frau erstmals begegnete, war er also 19 Jahre alt. Schauplatz dieser Begegnung war das Margretwerk in Margrethausen; sie arbeitete dort als junge Direktrice, er war Nachbar.

Liebe auf den ersten Blick war es allerdings nicht; auch die auf den zweiten stellte sich nicht ein, als sich die jungen Leute wenig später in der Ebinger "Milchbar" wieder über den Weg liefen. 1961 zählten Walter Spengler und Jutta Bosch sogar zur selben Schulclique, doch zum Funkenflug kam es erst, als man sich 1964 nach längerer Pause wiedersah, beim Tanz im Weinhaus Landerer in Zillhausen. Wieder eine rein zufällige Begegnung, aber zum letzten Mal – alle weiteren waren geplant. Walter Spengler hatte Feuer gefangen und machte Nägel mit Köpfen: "Ich bin dann gleich mit ihr aufs Oktoberfest."

Überstürzt wurde nichts

Überstürzt wurde dennoch nichts. Bis zur Verlobung anno 1967 vergingen weitere drei Jahre; geheiratet wurde am 16. Juli 1971. Es war eine besondere Trauung in mehr als einer Hinsicht, nämlich erstens eine evangelische in der katholischen Kirche St. Margareta und zweitens eine große mit Öffentlichkeitswirkung und einem Dorfumzug, an den die Älteren in Margrethausen sich heute noch erinnern.

1973 kamen die Söhne zur Welt, die Zwillingsbrüder Krischan und Lennart – beide sind sie Ärzte geworden, wie ihr Vater, und heute im Medizinischen Versorgungszentrum tätig. Walter Spengler war seinerzeit Krankenhausarzt und wurde durch zahlreiche und lange Dienste in Anspruch genommen – dass in Familie und Haushalt alles plangemäß lief, verdankte er seiner Frau. "Sie hat mir den Rücken frei gehalten und mir vieles abgenommen." Das sollte so bleiben – ohne Jutta Spenglers Rückendeckung wäre es ihrem Mann kaum möglich gewesen, sich parallel zum Beruf in etlichen Vereinen und in der Kommunalpolitik zu engagieren. Und auch am Umbau der Ebinger Praxis sowie dem des Hauses war sie maßgeblich und federführend beteiligt.

Schwer vorstellbar, dass da noch Zeit für anderes blieb – aber so war es. Die Spenglers erinnern sich gern an die vielen Reisen – wenn Walter Spengler zu Ärzte-Kongressen in ganz Europa fuhr, nahm er die Familie gerne mit. "Es war eine wunderschöne Zeit." Ein besonderes Faible hatten sie für die Schweiz, wo sie ihren Zweitwohnsitz hatten und sich mit der Zeit einen großen Freundeskreis aufbauten.

Das Fazit von 50 Jahren Ehe: "Wir sind zufrieden und hoffen noch auf weitere schöne Jahre miteinander." Walter und Jutta Spengler haben große Freude an ihren fünf Enkeln und sind Gott für jeden Tag dankbar – das tägliche Gebet, betonen sie, gebe ihnen Kraft und Sicherheit.

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