Freuen sich auf das neue inklusive Sportangebot: Daniel Graf (von links), Tanja Pintilie, Svenja Gluth und Janina Mauch. Foto: Peter Morlok

„Gemeinsam geht einfach alles besser“. Unter diesen Gedanken, stellt der Göttelfinger FC sein neuestes Sportangebot, das sich alle richtet, die sich bewegen wollen.

Es ist ein Angebot, das für Menschen mit und ohne Behinderung ausgelegt ist. „Ziel ist es, dass der Sport Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Handicap zusammenbringt“, machten die Verantwortlichen um die angehenden Physiotherapeutin Janina Mauch in einem vor wenigen Tagen geführten Pressegespräch deutlich.

 

Mit am Tisch saßen Daniel Graf, Vorstandsprecher des FC, Tanja Pintilie, Abteilungsleiterin im Bereich Fitness und Breitensport sowie die frühere Ortsvorsteherin Svenja Gluth, die durch eine Muskelerkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist. Eine echte Expertin also, was das Thema Behindertensport angeht und die aus ihrer Erfahrung heraus wertvolle Tipps zur Konzeption beisteuern konnte und kann.

Paraolympischen Wettkämpfe als Ideengeber

Auf die Idee, diese Art von Inklusionssport, bei der jeder so mitmachen kann, wie er in der Lage ist und bei der keine besonderen Ansprüche an die Fähigkeiten der Teilnehmer gestellt werden, in Göttelfingen anzubieten, kam Daniel Graf im letzten Jahr, als er sich die Paraolympischen Wettkämpfe in Paris im Fernsehen anschaute. „Sowas fehlt hier in er Gegend“ seine Überzeugung.

Nach ersten Gesprächen mit Svenja Gluth stellte man schnell fest, dass gerade die Korntalhalle ideale Voraussetzungen für ein solches Angebot bietet. Ein großer Parkplatz vor der Halle, ebene Zugänge, breite, für Rollstuhlfahrer geeignete Türen und behindertengerechte WC-Anlagen bieten ein Umfeld für ein sportliches Miteinander von Menschen aller Altersgruppen und Behinderungen.

„Nicht ausgrenzen, nicht nur Rollstuhlbasketball oder -fechten anbieten, das ist unser Ziel“ erklärten die Vier kurz vor ihrer Premiere am 4. Oktober.

Janina Mauch, die gerade in Tübingen eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Physiotherapeutin macht, setzt in dieser gemeinsamen Stunde auf ganz unterschiedliche Übungseinheiten, mit denen man in ihrer beruflichen Praxis auch im Reha-Sport arbeitet. Als Beispiel nennt sie Übungen mit dem Ball, den man schlagen, prellen, schmeißen, rollen und der vom Tennisball bis zum Luftballon reichen kann. Oder Hantel-Übungen mit Gewichten von 0,5 bis fünf Kilogramm. „Gerade der Kraftaufbau und die Schulung von Koordination, Mobilität und Beweglichkeit ist immens wichtig“ wusste Svenja Gluth aus eigener Erfahrung.

Eine Erkenntnis, die auch beim WLSB gut ankam, denn der Landessportbund nahm das Göttelfinger Konzept in sein Förderprogramm auf. „Wir sind sozusagen WLSB-zertifiziert“ freute sich Daniel Graf.

Der Startschuss fällt am kommenden Samstag

Diesen Samstag soll nun der Startschuss für das neue Angebot fallen. Die Korntalhalle soll jeden Samstag von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr zu einem Ort der Begegnung und des Austausches gemacht werden. „Einfach vorbeikommen, Hallenschuhe und bequeme Kleidung mitbringen, mal wieder aus dem Haus rauskommen und mit offenen und herzlichen Menschen eine Stunde Sport treiben, das ist unser Wunsch und unser Leitgedanke“ machen die Verantwortlichen deutlich.

So kann man mitmachen

Die ersten paar Schnupperstunden
sind kostenlos, wer dann dabeibleiben möchte, dem wird, falls nicht schon sowieso vorhanden, angeraten eine Mitgliedschaft im FC abzuschließen, da dies nach Kalkulation der Vorstandschaft für die Teilnehmer des Inklusionssportangebots wesentlich günstiger ist, als wenn man Zehner-Karten anbietet.

Die Verantwortlichen
des Göttelfinger FC würden sich freuen, wenn schon am ersten Tag, also am Samstag, den 4. Oktober um 9.30 Uhr viele Interessierte vorbeikommen, die gerne miteinander Sport treiben möchten. „Wir werden sie offen, herzlich und freundlich empfangen“ so das Versprechen des FC-Teams.