Sorgte mit einem Empty-Net-Goal für den 15:16-Anschlusstreffer des HBW: Torhüter Mario Ruminsky. Foto: Kara

Großer Jubel bei Frisch Auf Göppingen, hängende Köpfe bei den Spielern des HBW Balingen-Weilstetten – so hatten sie sich das Derby in der Handball-Bundesliga wahrlich nicht vorgestellt.

Mit 26:30 (13:16) unterlag der HBW Balingen-Weilstetten vor der aufgrund der neuen Corona-Auflagen des Landes Baden-Württemberg auf 1100 reduzierten Zuschauer-Kulisse in der Balinger Sparkassen-Arena. Zwar war das Team von Trainer Jens Bürkle gegen den schwäbischen Rivalen in der Außenseiterrolle, dennoch hatten sich die Gastgeber eine Chance auf Punkte ausgerechnet – zumal bei Göppingen einige Leistungsträger krank oder verletzt passen mussten. Klar, dass Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer mit dem Spiel seines Teams zufrieden war: "Wir sind sehr glücklich, die zwei Punkte mitgenommen zu haben, weil wir wissen, wie schwer es in Balingen grundsätzlich ist, etwas Zählbares mitzunehmen – und dann auch noch unter den personellen Voraussetzungen mit denen wir angereist sind. Wir haben es bis auf eine Phase kurz vor und kurz nach der Halbzeit richtig gut heruntergespielt." Auch HBW-Coach Jens Bürkle lobte den Auftritt der Göppinger als "sehr abgezockt. Die Angriffe hatten die richtige Länge. Dass schlimmste für uns war, dass Göppingen unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt hat. Wir haben jeden gleich im Gegenstoß um die Ohren gehauen bekommen. Das war beeindruckend gut."

HBW lädt zum Jo-Jo-Spiel ein

Tatsächlich hatte es den Anschein, als würde Frisch Auf mit den Gastgebern Jo-Jo-Spielen, oder vielmehr, die Einladung dazu gerne annahm. "Wir haben in den entscheidenden Momenten die Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir innerhalb von zwei, drei Minuten auf 15:16 dran, lassen dann zwei freie Chancen liegen, dann kommt ein technischer Fehler dazu – und sofort ist wieder eine Lücke dazwischen. Und dann spielt Göppingen mit einer Riesenruhe diesen Vier-Tore-Vorsprung gnadenlos aus. Deshalb geht der Sieg für Göppingen völlig in Ordnung und ist verdient", so HBW-Coach Bürkle.

Viel Arbeit für die "Gallier"

Er weiß, dass auf ihn und seine Mannschaft in den kommenden Wochen und Monaten noch viel Arbeit zukommt, wenn es mit den Klassenerhalt etwas werden soll. "Wir müssen schauen, dass wir die Zahl unserer Fehler weiter reduzieren und noch mehr Qualität in die Truppe reinbekommen. Das wird wirklich ein weiter Weg, in dieser Liga zu bestehen, weil die Konkurrenz eben sehr, sehr stark ist."

Bestes Beispiel: Der TVB Stuttgart gewann am Donnerstag beim HC Erlangen und drückte die "Gallier" damit auf einen Abstiegsplatz.