Die jüngste Generation eröffnet mit einem begeisternden Tanz den Gockel-Ball. Foto: Rainer Bombardi

Kikeriki, Kikeriki, Narri-Narro hallte es lautstark durch den Klosterhof, der zum ersten Mal die Gockel-Gilde Zollhaus zu Gast hatte.

Das lustige Federvieh hatte zu seinem Zunftball eingeladen, welcher sich auch an neuer Wirkungsstätte rasch zu einem Volltreffer entwickelte.

 

Es gab nahezu keine freien Sitzplätze mehr im Hof für das Federvieh, das sich für seine Auftritte erstmals auf einer Bühne mit Vorhang wiederfand. Dort begeisterten 65 Akteure mit einer erfrischenden und jederzeit erheiternden Mischung aus Tänzen, Gesang und Sprache.

Moderatoren des Abends waren Oberbürgermeister Jürgen Roth alias Philippe de Surmont und die beiden Zöllner Wolfgang Weißhaar auf der badischen und Andreas Kehder auf der schwäbischen Seite des Grenzverlaufs. Diese nahmen auf der Suche nach dem Zunftball das Publikum zu jeweils fünf Aufführungen entlang markanter Punkte in Villingen und Schwenningen mit, zwischen denen sie in kurzweiligen Auftritten überleiteten. Schunkelrunden und Live-Musik garantierten bis in die Morgenstunden dafür, dass der Stimmungsfaden nie abriss.

Auftakt mit Dorfkindern

Gildemeisterin Melanie de Surmont zeigte sich während ihrer Begrüßung erfreut über die Resonanz auf die nur wenige 100 Meter Luftlinie von ihrer Heimat entfernte Zunftballlocation. Im Anschluss erlebte das närrische Publikum ein mitreißendes und kurzweiliges Programm, das aufzeigte, dass Nachwuchssorgen in der Schar der Gockel und Hennen kein Thema sind. Zum Auftakt verbreiteten die Dorfkinder mit ihrem Tanz eine Lockerheit und Begeisterung, die sich durchs gesamte Programm zog.

Die Jugendlichen Sarah de Surmont und Jonas Brunner folgten mit einem Dialog, der sich mit Esprit und Wortwitz als Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums erwies. Tänzerische Auftritte der Power Girls und des Jugendclubs Schabenhausen machten aus dem Zunftball einen Jungbrunnen gespickt mit jugendlicher Frische.

Die drei weißen Tauben Simone Riesterer (von links), Martin und Silvia Hummel gurren auf der Villinger Stadtmauer über das Stadtgeschehen. Foto: Rainer Bombardi

Die Gesangsgruppe vier Hennen und elf Füße war ebenso zu Gast wie die beiden Necklemer. Deren Auftritte brachten die Stimmung ebenso zum Beben wie die Kultfigur Sassy alias Ingrid Anders. Ihr Auftritt war relativ kurz, seine Wirkung verfehlte er dennoch nicht.

Viele Verwandte

Bei der Gockel-Gilde zu Gast waren auch viele Artverwandte. So gurrten die drei weißen Tauben Martin Hummel, Silvia Hummel und Simone Riesterer bei einem Gespräch auf der Stadtmauer. Auch ein Klapperstorch alias Melanie de Surmont ließ sich die Show nicht nehmen. Spontan entschuldigte er seine belegte Stimme, mit einem Frosch im Hals und verriet einiges über die Babys die er über Zollhaus in den vergangenen Jahrzehnten ausgeliefert hat.

Und so bewegten sich alle Beteiligten zur Freude des Publikums auf ihre Weise über die Bühne. Zum Abschluss den Vogel abgeschossen hatte das Tanzensemble Ungelenk, das sich, als Bauchtänzerinnen verkleidet, in höchster Eleganz präsentierte und wie die vorangegangenen Tanzgruppen erst nach einer Zugabe die Tanzfläche verlassen durfte.

Zumindest für dieses Jahr fand die Gockel-Gilde für ihren Ball ein neues Zuhause, das es auch weiterhin bleiben könnte.