Raketen und Böller gehen derzeit massenweise über den Ladentisch. Für Tiere sind die der blanke Horror. Foto: Roberto Pfeil/dpa

In diesen Tagen stürmen die Menschen die Supermärkte auf der Suche nach Böllern und Feuerwerk. Was aber den einen Spaß bereitet, lässt Tiere aus Angst erzittern, darauf macht die Hochdorfer Gnadenhofbetreiberin Barbara Münchau aufmerksam.

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Auf der einen Seite geben viele Menschen viel Geld für das Silvesterfeuerwerk aus. Die Umsätze sind in diesem Jahr so hoch wie nie. Auf der anderen Seite wissen viele Tierbesitzer, dass diese Zeit der Knallerei an Silvester für viele ihrer Tiere der reinste Horror ist.

 

Das weiß auch Barbara Münchau, die in Hochdorf einen Gnadenhof betreibt. „Auf dem Gnadenhof leben derzeit 20 Tiere, die zum Teil eine schreckliche Vergangenheit hatten“, berichtet Münchau. „Dank der liebevollen Zuwendung aller ehrenamtlichen Helfer und Jugendlichen haben sie wieder Vertrauen gefasst.“ Doch nun kommt Silvester. Und da hat Münchau schon in den vergangenen Jahren nicht die besten Erfahrungen gemacht.

Zu wenig Platz für die Gruppe

Immer wieder gebe es Menschen, „die sich einen Spaß daraus machen, die Tiere mit Kanonenschlägen direkt vor oder nicht sichtbar hinter dem Gehege in Panik zu versetzen, Böller ins Gehege oder uns Menschen, die wir um Rücksicht bitten wollen, zwischen die Füße zu werfen“, ärgert sie sich. Im Hofinneren könnte man zwar Tiere vor den Böllern einigermaßen schützen, doch dort sei zu wenig Platz für die gesamte Gruppe.

Appelle „wenig erfolgreich“

Jedes Jahr habe man versucht, in der Nachbarschaft durch Zettel oder über das Mitteilungsblatt um Rücksicht für die Tiere zu bitten, und die Böllerei rund um den Hof zumindest einzuschränken. Aber diese Bitten und Appelle hätten sich als „wenig erfolgreich“ erwiesen, klagt Münchau, die sich namens ihrer Tiere einen guten, böller-armen Rutsch ins neue Jahr wünscht.