Das neue Schulleitungsduo der Gemeinschaftsschule Rangendingen-Hirrlingen um Julia Helber (Zweite von links) und Julia Kaplan (Dritte von links) mit Rangendingens Bürgermeister Manfred Haug (links) und seinem Hirrlinger Amtskollegen Simon König. Mit auf dem Foto ist Daniela Halder vom Staatlichen Schulamt Albstadt (rechts). Foto: Roth

Ein seltenes Modell, aber die absolute „Wunschlösung“ für die Leitung der GMS Rangendingen-Hirrlingen ist nun im Amt. Julia Helber und Julia Kaplan übernehmen offiziell das Ruder.

Seit dem Beginn diesen Schuljahres haben Julia Helber und Julia Kaplan bereits die kommissarische Schulleitung der Gemeinschaftsschule Rangendingen-Hirrlingen (GMS) inne. Am Donnerstagabend wurden die beiden „Julias“ bei einem Festakt offiziell als neue Rektorinnen eingesetzt.

 

Die neue Schulleitung arbeitet nach einem in Baden-Württemberg noch sehr seltenen Modell – nämlich dem des Jobsharings. Julia Helber und Julia Kaplan teilen sich künftig nicht nur den Schreibtisch, sondern auch die Verantwortung für die rund 520 Schüler, wie Hirrlingens Bürgermeister Simon König betonte.

Er hielt seine Rede mit seinem Rangendinger Kollegen Manfred Haug passenderweise ebenfalls im Tandem. Denn: Sowohl die Gemeinde Hirrlingen als auch die Gemeinde Rangendingen sind Schulträger der Gemeinschaftsschule, deren Schulgemeinschaft aus Grundschule und Gemeinschaftsschule besteht. Die Stufen fünf und sechs sind in Hirrlingen untergebracht, die restlichen Klassen am Rangendinger Standort.

Energie, offene Ohren und endlose Geduld

Für die beiden neuen Schulleiterinnen gab es zahlreiche Vorschusslorbeeren: Haug hob die „Energie und die offenen Ohren“ von Helber und Kaplan hervor. Sei es bei digitalen Projekten, der Methodenvielfalt im Unterricht oder bei der Gestaltung gemeinsamer Veranstaltung – mit neuen Impulsen der beiden sei jederzeit zu rechnen. Er lobte auch die schier endlose Geduld der Pädagoginnen bei der Verarztung von Schülern mit Pflastern oder Kühlpads.

Ralf Dieringer von der Rangendinger Vereinsgemeinschaft überreichte Blumen. Foto: Roth

Dass es im Schulalltag nicht immer einfach sein werde, Jobsharing in der Schulleitung zu betreiben, sei allen Beteiligten klar, wie Simon König erklärte. Die beiden „Julias“ hätten aber gezeigt, dass es funktionieren kann: „Durch klare Absprachen, gegenseitige Unterstützung und den Mut, Verantwortung zu teilen.“

Für Elternbeiratsvorsitzende Melanie Schilling ist die neue Besetzung der Schulleitung nicht weniger als ein „Glücksgriff“. „Wir haben keine alltägliche, dafür aber unsere Wunschlösung gefunden.“ Alle Redner richteten ihren Dank daher auch an das zuständige Staatliche Schulamt Albstadt sowie an das Regierungspräsidium, die dieses Jobsharing-Modell erst möglich gemacht hätten. Als Vertreterin des Schulamts waren Claudia Ostertag und Daniela Halder bei der Amtseinsetzung mit dabei.

Arbeitsmodell mit Innovationscharakter

Und auch Ralf Dieringer, Vorsitzender der Rangendinger Vereinsgemeinschaft, war voll des Lobes. Er appellierte: „Gebt der neuen Schulleitung Zeit. Nicht alles funktioniert sofort.“

Zuletzt richteten Julia Helber und Julia Kaplan, die im vergangenen Jahr kommissarisch auf Andrea Jetter folgten, selbst noch Worte an ihre Gäste: „Unser Arbeitsmodell ist keine Selbstverständlichkeit, dahinter verbirgt sich ein hoher Innovationscharakter.“ Noch gestalten die beiden Rektorinnen die Aufgabenverteilung flexibel, perspektivisch solle jeder seine Arbeitsbereiche erhalten. Das müsse sich aber nach und nach finden.

Sie selbst hätten sich vor einigen Jahren nicht vorstellen können, eine Schulleitung zu übernehmen. Diese Einstellung habe sich durch ihre Arbeit im Konrektorat aber grundlegend verändert. „Schule gestalten ist eine erfüllende Aufgabe.“

Mit einem Schmunzeln betonten Julia Helber und Julia Kaplan, dass sie hinsichtlich ihrer fachlichen Kompetenz grundverschieden, aber dennoch das perfekte Team seien. Sie wollen den guten Ruf der GMS Rangendingen-Hirrlingen bestätigen und weiter ausbauen. Auch bei den Anmeldezahlen wollen sie noch eine Schippe drauflegen. Für dieses Vorhaben gab es am Donnerstag zahlreiche Blumen und von den Bürgermeistern zusätzlich ein Luftbild „ihrer“ neuen Schulstandorte.