An vielen Stationen konnten sich die Schüler dem Thema Naturwissenschaften spielerisch nähern – beispielsweise der statischen Ladung. Foto: Biermayer

Eine Ausbildung in einem technischen Beruf machen? Dafür entscheiden sich zu wenige Jugendliche. Deshalb organisierte die Gemeinschaftsschule in Althengstett ihre erste MINT-Nacht. Rund 600 Schüler waren dabei.

Althengstett - Es zischte, knallte und blitzte am Freitagabend in der Festhalle. Denn dort fand mit der Experimentiershow der Auftakt der ersten MINT-Nacht – die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik – statt. Der aus dem Fernsehen bekannte Chemiker Eric Siemes zeigte dort auf der Bühne, dass Wissenschaft mehr ist, als tröge Formeln.

 

Gemeinsam mit seinem Assistenten Niko hatte er viele Experimente auf der Bühne vorbereitet. "Es könnte jetzt ein bisschen knallen", war der Satz, den Siemes wohl am häufigsten sagte. Verschiedene Gase versetzt mit unterschiedlichen Metallen sorgten für farbige Stichflammen. Ein Elektromagnet ließ eine Torte schweben. Fluoreszierende Farbstoffe schimmerten im mit Schwarzlicht erhellten Wasser.

Voll besetzte Reihen

Siemes lief immer wieder durch die voll besetzten Reihen der Festhalle und fragte die Schüler, wie sie sich die gesehenen Phänomene erklärten. Und die Schüler wussten erstaunlich viel. Das große Finale der Show beinhaltete dann zwei Teslaspulen, die Blitze erzeugten. Allein das war schon spektakulär. Siemes konnte damit aber sogar Lieder spielen. Beethovens "Für Elise" oder "Schrei nach Liebe" von den Ärzten erklangen so ganz ohne Lautsprecher.

Die Rektorin Elke Ruf zeigte sich zufrieden. "Es gibt viele tolle Berufe in dem Bereich", meinte sie. Viele Schüler wüssten aber leider nicht, welche Ausbildungsmöglichkeiten es gebe. Deshalb veranstalte man diese MINT-Nacht, um darüber informieren zu können. Und 600 Schüler taten dies.

Roboter aus Lego

Nach der Experimente-Show waren in den einzelnen Klassenzimmern unterschiedliche Stationen aufgebaut. Fast 30 Aussteller luden an ihren Ständen zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Manche boten sogar richtige Workshops an. So konnten die Schüler zum Beispiel Roboter aus Lego bauen oder auf kleinen Platinen LEDs zum Leuchten bringen. An manchen Stationen ging es spielerischer zu. Man konnte unter anderem seine Schussstärke mit einem Fußball messen lassen oder sich so sehr elektrisch aufladen lassen, bis die Haare zu Berge standen.

"Wir sind stolz auf diese Schule", meinte Bürgermeister Clemens Götz. Die MINT-Nacht zeige, wie motiviert die Lehrer seien. Diese versuchten den Schülern viel zu ermöglichen. Und die Zahl der Aussteller zeige, dass auch die örtlichen Unternehmen ihren Teil dazu beitragen.

Immer wieder verschoben

Hauptsächlich hat die Chemie-Lehrerin Elena Keppler das Event organisiert, unterstützt von vielen Lehrern und Eltern. Zwei Jahre habe man das ganze vorbereitet, erzählte sie. Wegen der Pandemie habe man die MINT-Nacht immer wieder verschieben müssen. Es sei toll, dass es nun endlich stattfinden könne. Ihr Dank gelte auch den Ausstellern, ohne die so etwas nicht funktionieren könne.

Den Schülern gefiel es auf jeden Fall. Überall im Schulhaus herrschte den ganzen Abend großes Gedränge. Alles wollte ausprobiert werden. Und vielleicht hat ja der ein oder andere sogar schon jetzt eine passende Ausbildungsstelle gefunden.