Lange sah es für den VfB nach einer Niederlage in Bremen aus. Dass es beim 2:2 am Ende doch noch ein Punkt im Weserstadion wurde, dürfen die Stuttgarter als Sieg des Willens werten.
Es ist gerade Weihnachtsmarkt am Bremer Weserufer. Und der VfB hat mit dem 2:2 im mit 42 000 Zuschauern voll besetzten Werder-Stadion dafür gesorgt, dass sich die mitgereiste Stuttgarter Fangemeinde den Glühwein am Ende doch noch schmecken lassen konnte.
Lange Zeit hing sogar der Punkt für den VfB am seidenen Faden, denn es sah nach einer Niederlage für die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß aus. Die Bremer hatten mehr vom Spiel, was allein ihr Plus von 11:2 Eckbällen zeigt. Der VfB wiederum wackelte gerade bei Standards erheblich, die Abwehr schien häufig überfordert.
Immer deutlicher zu sehen ist, dass das stramme Programm den VfB zunehmend Substanz kostet. Der Abwehrchef Jeff Chabot etwa erwischte wie in Belgrad keinen guten Tag, wurde nach 67 Minuten ausgewechselt. Auch, um Kräfte bei dem Ex-Kölner zu sparen, der bisher der Alles-Spieler beim Vizemeister ist.
Die Hausherren aus Bremen vergaßen wiederum bei einer 2:1-Führung nach 77 Minuten, den Sack vollends zuzumachen. Zudem hatte der Vizemeister mit Alexander Nübel einen Torhüter in Topform zu bieten.
Als dann nur noch wenig für den VfB sprach, spielte Angelo Stiller einen genialen Steilpass auf Stürmer Ermedin Demirovic, der mit seinem zweiten Treffer des Nachmittags zum 2:2 dafür sorgte, dass die Mannschaft von Sebastian Hoeneß nicht leer ausging.
Der VfB war bei seinen wenigen Möglichkeiten also immerhin effektiv vor dem Bremer Tor – und hatte mit Demirovic zudem einen Stürmer in Topform in seinen Reihen. Den Punktgewinn von Bremen darf der VfB-Tross daher nach der herben Schlappe von Belgrad als einen Sieg des Willens und der Moral werten.
Doch die Hatz durch das schwere Dezember-Programm mit Spielen im Dreitage-Rhythmus auf drei Hochzeiten geht für den VfB weiter.