Im Jahr 2009 kippte ähnlich wie jüngst in der Kernerstraße ein Kran beim Bau des König-Karl-Stifts um. Auch damals blieb es bei Sachschaden, und es ging ohne Verletzte ab.
Als 2009 in der König-Karl-Straße in Bad Wildbad einer von zwei großen Baukränen an der Baustelle vom König-Karl-Stift umstürzte, ging dies mit weit weniger Medienbeteiligung über die Bühne, als jüngst in der Kernerstraße.
Vielleicht ist dies ein Grund, dass sich an das Geschehen von vor gut 15 Jahren im Zusammenhang mit dem Bau des König-Karl-Stifts heute kaum noch jemand in der Stadt erinnert. Der jüngste, gleichartige Unfall erregte landesweit Aufsehen und fand in Funk-, Fernsehen und Tageszeitungen weite Verbreitung. Zum Glück kam es vor gut 15 Jahren wie heute lediglich zu Sachschaden und es gab keine Verletzten.
Belebte Straßen
Für beide Fälle gilt, dass es großes Glück war, dass es bei Sachschäden blieb. Denn an beiden Plätzen waren belebte Straßen betroffen. Ein Fußgänger ging am Montag, 19. Oktober 2009, auf dem Gehweg an der König-Karl-Straße gegenüber der großen Baustelle für die Senioreneinrichtung. Er habe zwar ein Knirschen gehört, aber nicht daran gedacht, dass der Kran umstürzen könnte, erzählte er anschließend. Der Metallturm des Hebegeräts stürzte in Richtung Parkhaus/Paulinenstraße und hinterließ im Auffahrtsbereich Spuren. Schaden nahm ein Haupt-Stromverteiler.
Dies führte nicht nur auf der Baustelle, sondern auch im Parkhaus und an der Schranke bei der S-Bahn-Querung über die König-Karl-Straße zu einem Stromausfall. Hilfe kam nach anderthalb Stunden in Form eines 160-Tonnen-Autokrans. Der barg den in Stücke zerlegten, havarierten Baukran. Im Jahr 2009 war dies bundesweit einer von 1356 Kran-Unfällen, wie der Internet-Zeitung „Meistertipp fürs Bauhandwerk“ Anfang 2011 unter der Überschrift, „Kran-Unfälle häufen sich“, zu entnehmen war. Über die verschiedenen Unglücks-Ursachen – und sie dürften auch heute noch gelten – war damals zu lesen: „Mangelhafte Abstützung, Windböen, nicht tragfähiger Untergrund und Überlastung führen immer wieder zu schweren Unfällen auf unseren Baustellen. Egal ob mobil oder stationär – eigentlich gilt der Kran als gelungene Arbeitshilfe auf der Baustelle beim Lastenheben.“
Bauen am Hang
Seit rund drei Jahren wird zwischen der Kernerstraße und dem Ziegelsteigle unter schwierigen Verhältnissen am Hang gebaut. Dort hat Bauherr Alexander Borovkov im oberen Bereich am Ziegelsteigle sechs Reihenhäuser teilweise fertig, deren teils von unten sichtbaren und tief gründenden Betonpfeiler bei ihrer Entstehung für Aufsehen sorgten. Im unteren Bereich sollen in einem weiteren begonnenen Gebäude 18 Wohnungseigentümer eine Heimat finden.
Beim Abladen von Baustahl hat jetzt der Kran nicht standgehalten. Die Ursache für den Unfall, bei dem mehrere anderthalb Tonnen schwere Betonklötze aus dem Gegengewicht vom Fuß des Krans auf die Fahrbahn der Kernerstraße sprangen und ein Kran-Teil den Lastwagen traf, wird noch untersucht.