Große und kleine Mitglieder der Villinger Glonki-Gilde trafen sich am Samstag im Tannhörnle zur Landschaftspflegeaktion. Foto: Birgit Heinig

Ein ökologisches Projekt für die Glonki-Gilde sollte es sein. Was lag für Gildemeister Michael Walther näher, als seinen Bruder Stefan um einen Vorschlag zu bitten.

So kam es am Samstag zur Landschaftspflegeaktion im Tannhörnle.

 

Stefan Walther ist Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes (LEV) mit Sitz in Donaueschingen.

Zusammen mit Joshua Petelka vom Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Freiburg und Mitarbeitenden der Stadt VS und dem Kreisforstamt leitete er am Samstag gut 40 Glonkis dazu an, im Naturschutzgebiet Tannhörnle zwischen Villingen und Pfaffenweiler ökologisch Gutes zu tun.

Bei strahlendem Sonnenschein war die gut gelaunte Truppe rund sechs Stunden lang aktiv, um rund 30 junge Eichen umzupflanzen und ältere Exemplare freizuschneiden.

Mit Hacke, Spaten, Schubkarren, Handsäge und Geflechten für den Verbissschutz rückten Klein und Groß an, um das Tannhörnle in einen schon einmal dagewesenen Zustand zu versetzen.

Die Geschichte

Dabei erfuhren sie, sofern nicht schon bekannt, von dessen Geschichte. Der einstige Hutewald mit seinem lichten Eichenbestand – das berühmteste Exemplar ist die „Poleneiche“, an der die Nazis 1942 den polnischen Zwangsarbeiter Marian Lewicki erhängten, woran vor Ort ein Mahnmal erinnert – war zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges wichtiger Teil der Grundversorgung für die Villinger Bürger. Hier graste das Vieh und mit den herabfallenden Eicheln wurden die Schweine gemästet.

Später geriet das wertvolle Gebiet in Vergessenheit, war Truppenübungsplatz und Crossrennstrecke. Vor 30 Jahren pflanzte man neue Eichen, so Walther, dessen Herkunft heute nicht mehr feststellbar sei, ein Problem für den Bestand.

Das Ziel

Die Idee sei nun eine Verjüngung mit genetisch identischen Bäumen, finanziert mit 45 000 Euro aus dem von Ausgleichsmaßnahmen gespeisten Naturschutzfonds, erklärte der LEV-Geschäftsführer.

Ziel der Maßnahmen, die schrittweise bis 2028 erfolgen sollen, sei, die Einzigartigkeit der Fläche „als Lebensraum für seltene und teils stark gefährdete Pflanzen- und Tierarten“ – darunter eine Vielzahl von Orchideen- und Schmetterlingsarten – wiederherzustellen und zu erhalten.

Unter Mitwirkung von Oberbürgermeister Jürgen Roth („tolle Aktion für ein Refugium der besonderen Art“) machten sich die Gildemitglieder nach fachkundiger Anleitung ans gute Werk.