Mit Glockenläuten distanzierte sich die Kirchengemeinde von den "Spaziergängern". Foto: Archiv

Nachdem am Montag vergangener Woche "Spaziergänger" sich am Kirchplatz in Winzeln versammelt hatten und anschließend begannen Kirchenlieder zu singen, läuteten kurz darauf die Glocken der Kirche St. Mauritius. Teile des Kirchengemeinderats hatten das veranlasst, wie Pfarrer Christian Albrecht erklärt.

Fluorn-Winzeln - "Das war unsere Form des Protests", sagt er. Die Kirchengemeinde wollte sich dadurch von den "Spaziergängern" distanzieren. Durch das Singen auf dem Kirchplatz wäre der Eindruck entstanden, dass die Kirchengemeinde was mit der Aktion zu tun hatte.

Doch das ist nicht der Fall, wie der Pfarrer klarstellt. Dabei sei grundsätzlich nichts gegen eine Meinungsäußerung der "Spaziergänger" einzuwenden. "In einer Demokratie muss man das aushalten können", findet Albrecht. Doch auch bei der Meinungsäußerung gilt es, geltendes Recht zu befolgen. "Es war eine unangemeldete Versammlung, Abstände wurden nicht eingehalten, Masken wurden nicht getragen." Gegen diese Aushöhlung des Rechts wollte man Stellung beziehen.

Ein weiteres Mal sollen die Glocken jedoch nicht läuten. Es sei nicht die Absicht der Kirchengemeinde zu provozieren, so Albrecht. Am vergangenen Montag seien keine "Spaziergänger" zur Kirche gekommen. Dennoch waren laut Polizei wieder rund 260 Menschen in Winzeln unterwegs, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Die Proteste verliefen ohne besondere Vorkommnisse.