Die „Strategie 2030“ der Häfele-Gruppe zeige Wirkung, teilt das Nagolder Unternehmen mit. Der Umsatz sei 2025 stabil geblieben, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert worden.
In einem „anhaltend herausfordernden Marktumfeld“ habe das Unternehmen im Jahr 2025 sein Umsatzniveau mit 1,72 Milliarden Euro stabil halten können. Das entspreche einem Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr, stelle währungsbereinigt aber eine Steigerung von drei Prozent dar, heißt es in einer Mitteilung der Häfele-Gruppe. Trotz anspruchsvoller wirtschaftlicher und geopolitischer Rahmenbedingungen richte sich der Blick zuversichtlich auf 2026.
Gemeinsam mit Kunden habe man neue Marktpotenziale erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken können. Grundlage dafür sei „die konsequente Ausrichtung auf integrierte Lösungen“ aus intelligenter Beschlagtechnik, elektronischen Schließsystemen sowie Beleuchtung und Vernetzung, ergänzt durch passgenaue Services.
Der Immobiliensektor habe sich in asiatischen Ländern wie China und Thailand deutlich abgeschwächt. Anders gelagert seien die Herausforderungen in Indien, weiterhin ein Schlüsselmarkt mit hohem Wachstumspotenzial. Neue regulatorische Anforderungen belasteten zwar die Lieferketten, doch Häfele nutze die Situation gezielt, um stärker in den Zukunftsmarkt zu investieren, erläuterte Boris Katic, geschäftsführender Direktor Supply Chain Management.
Auch in den USA wirkten sich die handelspolitischen Rahmenbedingungen aus. Michael Distl, geschäftsführender Direktor Finanzen, Personal, Recht, Facility Management und IT, betonte, dass sich das US-Geschäft „in Dollar betrachtet sehr erfreulich entwickelt“ habe, der Wechselkurs zum Euro den ausgewiesenen Zuwachs aber relativiere.
Nach einem schwierigen Jahr hätten sich im vietnamesischen Immobilienmarkt zu Beginn 2026 erste Stabilisierungstendenzen gezeigt. Auch in Neuseeland habe sich eine vorsichtige Erholung angedeutet. Positiv entwickelten sich Brasilien, der Mittlere Osten und Osteuropa – Regionen mit zentraler Bedeutung für weiteres Wachstum der Häfele-Gruppe. In Westeuropa sei Portugal als eigenständige Tochtergesellschaft etabliertworden, heißt es weiter. CEO Gregor Riekena ordnet dies strategisch ein: „Aufbauend auf unserer erfolgreichen internationalen Expansion konzentrieren wir uns nun gezielt auf Märkte mit konkreten Wachstumsperspektiven und investieren dort in den weiteren Ausbau unserer weltweiten Präsenz.“
Auch die Weiterentwicklung des Standorts Nagold habe für Häfele hohe Priorität. Die Investition am bestehenden Logistikstandort auf dem Wolfsberg stelle ein deutliches Bekenntnis zum Heimatmarkt und zur Region dar. Mit der Inbetriebnahme des neuen Logistikgebäudes dieses Jahr gehe das Unternehmen „einen wichtigen Schritt“. Die Logistik bilde die letzte Schnittstelle zum Kunden und sei ein zentraler Faktor für Leistungsfähigkeit, Liefergeschwindigkeit und Zuverlässigkeit. „In der Logistik zeigt sich messbar, wie schnell und zuverlässig wir unsere Kunden bedienen“, so Boris Katic.
Häfele-Chefin: „Stark lokal verwurzelt“
„Als Familienunternehmen sind wir stark lokal verwurzelt und zugleich international vernetzt und erfahren in verschiedensten Märkten. Daraus erwächst für uns die Verantwortung, Kunden, Lieferanten, Partner aus der Region und weltweit in Nagold zusammenzubringen. So schaffen wir etwas ganz Neues“, sagt Sibylle Thierer, Vorsitzende des Häfele Verwaltungsrats. „An dem hier entstehenden Zukunftsort geht es nicht um fertige Antworten, sondern um einen offenen Raum zum Ausprobieren. In der Begegnung und im Austausch möchten wir gemeinsam die Wohn- und Arbeitsräume von morgen gestalten.“
Die geopolitischen Rahmenbedingungen und das Branchenumfeld würden auch im Jahr 2026 herausfordernd bleiben – bereits im vierten Jahr in Folge. „Entscheidend ist daher ein klarer Fokus auf die strategischen Schwerpunkte“, betont Gregor Riekena. Ein zentraler Hebel sei die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – mit Entwicklungs- und Lieferantenpartnern ebenso wie mit Kunden und Branchenpartnern.
Laut Mitteilung plant Häfele für 2026 Investitionen in Höhe von etwa 70 Millionen Euro.
Die Häfele-Gruppe
Das Unternehmen:
Der 1923 gegründete, global agierende Spezialist für intelligente Beschlagtechnik, elektronische Schließsysteme sowie Beleuchtung und Vernetzung bietet seinen Kunden aus über 150 Ländern ein umfassendes Produktsortiment und zahlreiche Serviceleistungen. Mit viel Innovationsgeist steht das Familienunternehmen seinen Partnern aus Handwerk, Möbelindustrie, Handel und Architektur zur Seite – von der Ideenfindung über die Planung bis zur Umsetzung ihrer Projekte. Mehr als 8000 Mitarbeitende sowie 39 Tochterunternehmen und zahlreiche weitere Vertretungen in aller Welt bilden das Team des Global Players mit Hauptsitz in Nagold.
Die Unternehmensleitung:
Die Unternehmensgruppe wird seit Januar 2023 von Gregor Riekena geführt. Sibylle Thierer ist Vorsitzende des Verwaltungsrats und Gesellschafterin des 100-prozentigen Familienunternehmens.
Zahlen:
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Häfele Gruppe einen Umsatz von 1,72 Milliarden Euro bei einem Exportanteil von 82 Prozent.
Weitere Informationen:
www.haefele.de