Die Studentinnen Milana Algeier (vorne, von links), Lucia Sutter, Anastacia Gramespacher und Anna Epting zusammen mit Oliver Olsen Wolf (links), Vorsitzendem von Global Forest, und Dozent Ulrich Metzger Foto: Helen Moser

Studentinnen aus Freiburg haben den Kunstverein Global Forest unter die Lupe genommen. Dabei formulierten sie einige Verbesserungsvorschläge. Was sie dem St. Georgener Verein raten – und was Vorsitzender Oliver Olsen Wolf davon hält.

Eine frische Perspektive von außen kann viele neue Anregungen bringen. Das erlebte nun auch der Kunstverein Global Forest aus St. Georgen. Denn eine Gruppe von Studentinnen der Freiburger Hochschule Macromedia hatte den Verein und sein Umfeld genauestens analysiert.

 

Insgesamt ein halbes Jahr arbeiteten Anna Epting, Anastacia Gramespacher, Lucia Sutter und Milana Algeier an dem Projekt, dessen Ergebnisse sie nun Oliver Olsen Wolf präsentierten. Der freute sich über die Anregungen – auch wenn er nicht alle Ansichten der Studentinnen teilte.

Doch von Anfang an: Im Zuge des Projekts hatte die Gruppe unter anderem das Umfeld des Vereins, bestehend unter anderem aus ähnlichen Einrichtungen in der Region sowie der Zielgruppe der Angebote, unter die Lupe genommen. Bei einer Telefonumfrage hörten sich die Studentinnen in St. Georgen um. Wie bekannt Global Forest in der Bergstadt ist, wollten sie dabei etwa ergründen. Das Ergebnis: gut 44 Prozent der 79 Befragten hatten schon einmal etwas von dem Kunstverein gehört.

Empfehlung: mehr Öffentlichkeitsarbeit

Eine klare Empfehlung der Studentinnen lautete daher: Um die Bekanntheit des Vereins zu stärken, wäre mehr Öffentlichkeitsarbeit förderlich. Eine Einschätzung, die Vereinsvorsitzender Oliver Olsen Wolf absolut teilte. „Wir würden gerne noch viel mehr machen in dem Bereich“, betonte er. Das Problem: Die Zeitressourcen der Vereinsfunktionäre sind mit ihrer aktuellen Arbeit für Global eigentlich ausgereizt.

Finanzen als Schwäche

Und nicht nur personell sind die Ressourcen knapp – das erkannten auch die vier Studentinnen im Zuge ihrer Analyse: Die Finanzierung des Kunstvereins ist ebenfalls nicht ganz einfach – die starke Abhängigkeit von Spenden aufgrund fehlender steter Förderungen sah die Gruppe als mögliche Schwäche von Global Forest an.

Bei Ausstellungsraum nicht einig

Nicht ganz einig waren sich die Studentinnen und Wolf in ihrer Beurteilung der Ausstellungssituation in der Friedrichstraße. Die dortigen Räume werden als Künstlerresidenz genutzt – ein Konzept, das Epting, Gramespacher, Sutter und Algeier als sehr gelungen beurteilten und zu den Stärken des Vereins zählten. Gleichzeitig finden in der Friedrichstraße aber auch die Ausstellungen von Global Forest statt – eine Vermischung von öffentlichem und privatem Raum, die den Studentinnen nicht zusagte. Eine Entzerrung in diesem Bereich würde neue Potenziale für Global Forest eröffnen, bekräftigte Ulrich Metzger, der das Projekt an der Hochschule als Dozent begleitet hatte.

Gerade die Verbindung vom Privatem und Öffentlichem hält Wolf aber für einen Pluspunkt beim Konzept des Vereins. „Die Ausstellungssituation leidet dadurch natürlich“, räumte er ein – auch, weil man keine regelmäßigen Öffnungszeiten anbieten könne. Doch ein gesonderter Ausstellungsraum wäre für den Verein schwer zu stemmen – einmal mehr spielen finanzielle und personelle Knappheiten eine Rolle.

Neues Logo für den Kunstverein?

Sogar Vorschläge für neue Logos für den Verein hatten die Studentinnen erarbeitet. Denn aus dem aktuellen Logo lasse sich nicht ableiten, dass Global Forest ein im Schwarzwald angesiedelter Kunstverein sei, argumentierten sie. Eine komplette Veränderung des Logos sah Wolf sehr kritisch. „Das hat sich mittlerweile etabliert“, begründete er. Wohl aber zog er die Anregung der Studentinnen in Betracht, das Wort Kunstverein fortan ins Logo zu integrieren.