Bei BBS in Schiltach wie auch bei Superior Industries in Werdohl trat die IS Holding als vermeintlicher Retter auf. Nun läuft bei beiden Felgenherstellern die Abwicklung.
Im Dezember vergangenen Jahres keimte in Schiltach neue Hoffnung auf: Mit der IS Holding aus Istanbul wurde ein neuer Investor für BBS gefunden, der den Felgenhersteller aus der vierten Insolvenz heraus übernahm.
Gut ein halbes Jahr später trat die BBS Autotechnik wiederum selbst als Retter auf: Anfang Juli verkündete das Unternehmen, die Fabrik des insolventen Felgenherstellers Superior Industries in Werdohl (Nordrhein-Westfalen) übernehmen zu wollen. Doch nur wenige Wochen später beantragte BBS selbst Insolvenz – und wie sich herausstellte, war der Kauf der Fabrik nie zustande gekommen.
Für die Beschäftigten in Werdohl gab es daraufhin aber noch einmal Hoffnung: Jens Lieser, der Insolvenzverwalter von Superior Industries, teilte mit, dass die IS Holding (ISH) – also der BBS-Investor – signalisiere, den Kaufvertrag für die Fabrik erfüllen zu wollen, wie die Lokalzeitung Süderländer Volksfreund berichtete. Doch auch hier scheiterte die Übernahme.
Keine weiteren Interessenten für Übernahme
Nun läuft laut dem „Süderländer Volksfreund“ in Werdohl – wie auch in Schiltach – die Resteverwertung. Weitere Interessenten neben der IS Holding habe es nicht gegeben, „auch wenn der Betriebsratsvorsitzende Mustafa Senel das bis zuletzt behauptete“. Doch den Vorwurf, dass er die Rettung von mindestens 200 Arbeitsplätzen verhindert habe, weist Insolvenzverwalter Lieser laut der Lokalzeitung zurück. „Wir haben wirklich jeden Klimmzug unternommen, den man nur machen konnte“, wird er zitiert.
Auch Lieser wunderte sich dem Bericht zufolge über das Vorgehen der Investoren: „ISH hat in zwei Jahren viele verschiedene Unternehmen zusammengekauft, die nicht zusammenpassen.“ Nicht nur in Schiltach und Werdohl wurden dabei Hoffnungen enttäuscht. Das habe Lieser bei den Verhandlungen vorsichtig sein lassen. „Wir wollten aber die Chance einer Sanierung nicht verbauen.“
Grundstück könnte in Teilen verkauft werden
Nun sollen laut dem „Süderländer Volksfreund“ bei Superior wie bei BBS die übrigen Maschinen und Anlagen verkauft werden. Das Grundstück – insgesamt 90 000 Quadratmeter – könnte „eventuell auch in mehreren Teilen verkauft werden“. Doch wie in Schiltach bleibt auch in Werdohl die Frage, was aus dem riesigen Industriekomplex wird: „Von heute auf morgen wird sich dafür kaum ein Abnehmer finden lassen“, vermutet die Lokalzeitung.