Wer hat künftig im Rathaus in Schömberg das Sagen? Im März wählen die Bürger einen neuen Schultes. Foto: Thomas Fritsch

Der 8. März ist für die Gemeinde Schömberg eine große Herausforderung. An diesem Tag ist nicht nur die Landtagswahl. Es geht auch um einen neuen Bürgermeister. Da ist einiges zu tun.

In Baden-Württemberg wird am 8. März ein neuer Landtag gewählt. Bei den bisherigen Landtagswahlen war die Auszählung relativ einfach. Es gab nur eine Stimme.

 

Bei der nächsten Landtagswahl im März ist einiges anders. So wurde das aktive Wahlrecht von 18 auf 16 Jahre gesenkt, teilt die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg auf ihrer Homepage mit.

Erstmals zwei Stimmen

Doch es gibt eine weitere wichtige Änderung. Jeder Bürger hat künftig zwei statt wie bisher eine Stimme. Es bleibt aber bei 70 Wahlkreisen. Jede Person mit den meisten Erststimmen zieht in den Landtag ein. Mit der Zweitstimme entscheidet sich jeder Wähler für die Landesliste einer Partei.

Bekommt eine Partei über die Erststimme mehr Direktmandate als ihr aufgrund des Anteils an Zweitstimmen zustehen, erhalten die anderen Parteien entsprechend ihres Stimmenanteils Ausgleichsmandate zugesprochen, teilt die Landeszentrale für politische Bildung weiter mit.

Auszählung dauert länger

Wegen des neuen Wahlsystems dauert die Auszählung folglich länger als bei den bisherigen Landtagswahlen.

In Schömberg stünden 72 Wahlhelfer am 8. März fix zur Verfügung, teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Hinzu kämen 18 Reservekräfte, fügte sie hinzu.

So seien unter den Mitarbeitern der Verwaltung aber auch unter den Gemeinde- und Ortschaftsräten Auszähler rekrutiert worden. Unter Umständen zählten auch andere Bürger aus.

Kommunen mit zu wenig freiwilligen Wahlhelfern sei es zudem erlaubt, Mitarbeiter der Verwaltung zur Auszählung zu verpflichten, macht Stocker deutlich. Sie dürften nur bei driftigen Gründen ablehnen, so die Gemeindesprecherin weiter.

Dauer nicht absehbar

Wie lange die Auszählung dauere, sei nicht absehbar, so Stocker nach Rücksprache mit Hauptamtsleiter Daniel Schabbach.

Und dann ist am 8. März in Schömberg auch noch Bürgermeisterwahl. Eine mögliche Stichwahl wäre am 22. März, sollte kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erhalten. Der derzeitige Amtsinhaber Matthias Leyn erklärte im November des vergangenen Jahres zum 31. März völlig überraschend seinen Rücktritt.

Zuerst werde die Landtags- und dann erst die Bürgermeisterwahl ausgezählt, teilte Stocker zum Prozedere mit. Es werde also nicht parallel ausgezählt, stellte sie klar. Auch bei der Bürgermeisterwahl sei keine Prognose möglich, wie lange die Auszählung dauere. Bislang gibt es mit Michael Hopf aus Schömberg, Steffen Uwe Hoffmann aus Bad Teinach-Zavelstein und Matthias Stepan aus Maisenbach-Zainen drei Bewerber.

Für das Auszählen der Stimmen würden sieben Urnenwahlbezirke eingerichtet, sagte Stocker im Gespräch mit unserer Redaktion.

In Schömberg gibt es sieben Urnenwahlbezirke. Foto: Thomas Fritsch

Hinzu kämen zwei Briefwahlbezirke – jeweils einer für den Kernort und einer für die Ortsteile, so Stocker. Seit Corona steige die Zahl der Briefwähler, sagte die Gemeindesprecherin.