Mit hoffnungsmachenden Liedern und Melodien aus dem Adonia-Programm wussten die Kinder des Kindergottesdienstes am Ostersonntagmorgen die Kirchenbesucher in der voll besetzten Oberbaldinger Kirche zu begeistern. Foto: Daniela Schneider

Die evangelische Kirchengemeinde Oberbaldingen überraschte mit neuen Formaten zum Osterfest. So gab es beispielsweise eine Auferstehungsfeier auf dem Friedhof.

In der nur spärlich beleuchteten Friedhofskapelle in Oberbaldingen ist kein Sitzplatz mehr frei.

 

In die Dämmerung des Morgens zitiert Pfarrer Jonathan Richter aus der Schöpfungsgeschichte: „Und Gott sah, dass das Licht gut war.“

Noch umfängt das Dunkel der Nacht die Frühaufsteher am frühen Ostersonntag. Doch über der Ostbaar erhellt der nahende Morgen langsam Felder und auch den Friedhof, eigentlich einem Ort der Trauer.

Pfarrer Richter hat zusammen mit Gemeindereferent Nana Danso und der Kirchenältesten Martina Obermeyer erstmals nach vielen Jahren eine Auferstehungsfeier vorbereitet, welche gerade am Ort des Lebensbruchs eine grandiose Zuversicht versprechen soll.

Statt dunkler Szenarien

„Was am Ostermorgen passiert ist, das ist Weltgeschichte, kein kluger Gedanke, keine psychologische Einredung“, so Pfarrer Richter. Ostern sei die Absage an dunkle Zukunftsszenarien und auch eine Art Standortbestimmung.

„Als Menschen leben wir in einer Zwischenzeit – zwischen Jesus, der schon himmlisches Format durch die Auferstehung bekommen hat, und unserer eigenen Auferstehung“, so Pfarrer Richter. Das Entzünden der Osterkerze, die Weitergabe der Flamme an kleine Kerzen, das Singen und Hören von Auferstehungsliedern arrangiert sich mit dem erwachenden Ostertag und die Andachtsbesucher grüßen einander: „Christ ist erstanden – er ist wahrhaftig auferstanden.“

Ein Fest der Freude

Eine gewisse positive Spannung liegt knapp drei Stunden später vor dem Osterhauptgottesdienst in der Oberbaldinger Kirche. Ganz im Zeichen des Osterfestes finden sich zahlreiche Familien ein, um die Auferstehung Christi in einem fröhlichen und kindgerecht vorbereiteten Gottesdienst zu feiern. Unter dem Motto „Vom Dunkel ins Licht“ greifen die Kindergottesdienstkinder in einem szenischen Spiel die Ostergeschichte auf. Ob der Einzug Jesu am Palmsonntag, die Trauer um die Kreuzigung oder das Wunder des leeren Grabes – was das Kigo-Team zusammen mit den Kindern einstudiert hat, zeigt Jung und Alt, dass Ostern ein Fest der Freude und Zuversicht ist.

Songs und Tänze der Kinder

Zwischen den Szenen präsentieren die Kinder Songs und Tänze aus dem Adonia-Programm, wobei die Begeisterung und auch das Bewusstsein um das Osterwunder bei den Akteuren deutlich wahrnehmbar ist. Pfarrer Richter verweist in seiner Osterpredigt auch auf die Zweifler, ruft gar zum Zweifeln auf: „Zweifeln lohnt sich!“ und schickt den Gedanken in den Raum: „Ostern lädt uns ein, am Zweifel zu zweifeln und neu zu hören: Jesus ist nicht im Grab zu finden, er ist auferstanden.“ Musikalisch gestalten Reiner Obermeyer, Nana Danso, Hannah Richter, Heidi Wolf sowie Lasse Obermeyer den festlichen Ostergottesdienst mit klassischen und zeitgenössischen Liedern.