Die von Hans Kurt Rennig aus heimischem Holz errichtete Kapelle im Garten in Schenkenzell soll künftig Raum für Stille, Gebet und den interreligiösen Dialog bieten. Foto: Johannes Fritsche

Mit dem Bau einer interreligiösen Friedenskapelle auf dem Grundstück seines Hauses verfolgt Hans Kurt Rennig ein Herzensanliegen.

Begonnen im Sommer 2025, nähert sie sich der Fertigstellung: Die aus heimischen Holz professionell gebaute Kapelle im oberen Teil des Gartens von Hans Kurt Rennig. Beim Termin mit unserer Redaktion vor Ort fehlen nur noch die Schindeln auf dem Dach und das Geländer am Eingang. Von dort hat man einen symbolträchtigen Blick auf die evangelische und katholische Kirche des Ortes.

 

Nach dem Willen von Rennig wird die Kapelle den Namen des Franz von Assisi (1181/82 bis 1226) tragen. „Denn der Heilige ist in seiner Liebe zur Natur ein zentrales Vorbild für die Schöpfungsverantwortung und diese verbindet alle Religionen“, liefert Rennig die Begründung für die Namensgebung.

Auch in Lauterbach gebe es im Übrigen eine Franziskus-Kapelle und in Heiligenbronn sei Franz von Assisi das Leitbild. Gebaut habe er die Kapelle, weil ihm die die kulturelle und religiöse Annäherung der Weltreligionen, zum Beispiel von Bahaitum, Buddhismus, Christentum, Islam, Judentum und Hinduismus, ein Herzensanliegen sei.

„Die Zeit ist reif“

Dass die Zeit für solche Projekte reif sein muss, damit man bei kirchlichen Kreisen oder im Ort keine Unruhe erzeugt, lernte Rennig Ende der siebziger Jahre: Als er im Kunstunterricht ein drei Meter breites und zwei Meter hohes Wandgemälde zur Gleichwertigkeit der Weltreligionen malen ließ und dazu noch im Schulgarten ein „Agnihotra-Feuer-Ritual“ zelebrierte, schlug das hohe Wellen. „Der Sektenbeauftragte aus Karlsruhe, den die Kirchengemeinde einberufen hatte, konnte die Gemüter wieder beruhigen, in dem er es in sachlicher Form als vedisches Feuerritual darstellte“, erzählt Rennig.

Heute sieht er die Zeit reif, das Thema der Interreligiosität und das „Zusammenbringen einer gespaltenen Gesellschaft“ offener anzugehen. Schließlich gebe es seit zehn Jahren eine engagierte Flüchtlingsarbeit in Schenkenzell und islamische Gesänge des Mosaik-Chores in der Kirche hätten eine „konfessionsübergreifende Verbindung“ geschaffen.

Rennig erwähnt als Belege für die neue offenere Haltung auch die Friedenskapelle Sankt Katharina in Sachbachwalden und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Villingen (ACK), die sich am interreligiösen Dialog beteiligen. „Irgendwann bin ich nachts aufgewacht und da ist es mich überkommen, einen Andachtsraum in Kapellenform zu bauen“, berichtet Rennig weiter. Diesmal informierte er die kirchliche Gemeinde und das Rathaus im Vorfeld über das Vorhaben. Zwei Vertreter des interreligiösen Dialogs der Erzdiözese Freiburg seien nach Schenkenzell gekommen und hätten den Bau der interreligiösen Kapelle sehr positiv gesehen. Auch ein Vertreter der evangelischen Landeskirche habe sich offen für das Projekt gezeigt.

Kosten für den Bau

In der Kapelle werde es drei oder vier Sitzplätze geben zum Verweilen. Die Gestaltung des Raumes soll Veränderungen im Lauf der Zeit erlauben. Einen neutralen Altarbereich mit einer Erdkugel werde es geben, Texte an den Wänden, die über die Religionen informieren, ansonsten sei er noch am Überlegen und Zusammenstellen. Und wie immer bei einem solchen Projekt koste der Bau mehr als erwartet. Bislang finanziere er alles aus Eigenmittel, erzählt Rennig.

Mögliche Besichtigungen

Ein Fest zur Eröffnung
findet am Sonntag, 17. Mai, um 14 Uhr statt.

Die Öffnungszeiten danach
werden noch geklärt.