Die drei Weltreligionen hat der Künstler Siegfried Haas in einem Bronzeamulett vereint. Foto: Siegmeier

Einmal im Jahr wird das Thema in der "Rottweiler Reihe Religionen", die es bereits seit zehn Jahren gibt, in den Fokus gerückt. Auch der Künstler Siegfried Haas hat sich mit der Thematik beschäftigt. Kreuz, Halbmond und Davidsstern – die Symbole für die drei großen Religionen – hat der Rottweiler Künstler Siegfried Haas einst in einem Bronzeamulett vereint.

Rottweil - Das Kreuz steht für das Christentum, der Halbmond für den Islam und der Davidsstern für das Judentum. Das Amulett im Nachlass des Rottweiler Künstlers, der im Jahr 2011 gestorben ist, ist gerade dieser Tage, mit Blick auf den Konflikt in Israel, wieder ganz aktuell. Eine Beschreibung von Siegfried Haas zu seiner Arbeit gibt es leider nicht. "Ich bin mir aber sicher, dass es ihm eindeutig um die Ökumene und die Verständigung der Weltreligionen ging, besonders um jene, deren ideologische Ausrichtung von Natur aus Konfliktpotenzial in sich trugen", sagt Berthold Haas, der Sohn von Siegfried Haas in Los Angeles.

 

Begeisterung und Interesse

Andreas Haas erinnert sich, dass die Ökumene für seinen Vater ein Thema gewesen sei, das ihn "sein Leben lang interessiert und begeistert hat". Diese Tatsache fasziniere Andreas Haas bis heute, da Siegfried Haas ja gerade und ausschließlich die katholische Ideologie vertreten habe und seine Kunst ganz wesentlich christliche Kunst war. "Das Amulett ist das einzige Zeugnis meines Vaters, in dem er sich so weit geöffnet hat. Ich vermute, dass er es erst sehr spät, vor 25 oder 30 Jahren angefertigt hat", so Andreas Haas.

Rebekka, eine Tochter von Siegfried Haas, lebt in der Türkei. Bei den Besuchen habe er Berührung mit dem Islam gehabt. "Er hat Istanbul wegen seiner Kunstschätze geliebt und sich wahrscheinlich auch deshalb geöffnet", vermutet Andreas Haas. Es könnte einem beim Betrachten aber auch die Ringparabel aus "Nathan dem Weisen" in den Sinn kommen, die Gotthold Ephraim Lessing 1779 veröffentlicht hat. Konrad Haas meinte, Siegfried Haas sei davon zu der Arbeit inspiriert worden.

Das zentrale Thema in dem dramatischen Gedicht veranschaulicht Lessing anhand der Ringparabel. Hierbei ist die Frage, welche der drei Glaubensrichtungen, Christentum, Judentum oder Islam, die Echte und einzig Wahre ist.

Wer mehr über den Künstler Siegfried Haas und seine Arbeiten erfahren möchte, der darf sich (angesichts sinkender Inzidenzzahlen) schon auf die Öffnung der Retrospektive, anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers, in der Lorenzkapelle freuen, die im Rahmen der Reihe "denk mal kunst" stattfindet.