Alle Hände voll zu tun hatten Vorsitzender Jan Blötscher (links) und sein Stellvertreter Kevin Haist am Drive-in-Schalter des Angelsportvereins auf dem Parkplatz an der Glatt. Foto: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Bilanz: Glattener Angelsportler halten sich mit Karfreitagsaktion über Wasser / Diesmal mit Drive-in-Stand

Den Verkaufszahlen nach gab es in Glatten an Karfreitag fast in jedem zweiten Haushalt geräucherte Forellen zum Mittagessen. Der Angelsportverein hatte alle Hände voll zu tun, die Wünsche der vielen Kunden zu erfüllen – und zieht jetzt eine äußerst positive Bilanz.

Glatten. Eigentlich rechnen die Glattener Angelfreunde an Karfreitag stets mit einer regen Nachfrage. Seit Jahren gelten ihre frisch geräucherten Forellen, allesamt aus eigener Haltung, als Geheimtipp. Diesmal aber war die Nachfrage so groß wie nie, berichten Vorsitzender Jörg Blötscher und sein Vize Kevin Haist. Spontane Wünsche hätten daher nicht mehr berücksichtigt werden können.

Der traditionelle Forellenverkauf an Karfreitag sei nur durch eine große Gemeinschaftsaktion vieler Vereinsmitglieder möglich, sagen die beiden Vorsitzenden. Vorab mussten zunächst die großen Räucheröfen hergerichtet und Räuchermehl bereitgestellt werden. Am Gründonnerstag wurden die mehr als 400 Regenbogenforellen im vereinseigenen Weiher, dem ehemaligen Mühleweiher in Neuneck, gefangen, geschlachtet und dann über Nacht in einer Salzlake eingelegt.

Die weitere Zubereitung verantwortet seit Jahren Uwe Weigold, der im Angelsportverein die Rolle des "Räuchermeisters" übernommen und laut Blötscher "ein Händchen für geräucherte Fische hat". In mehreren großen Räucheröfen – der größte fasst mehr als 100 Fische und wurde erst eine Woche zuvor im Hinblick auf die vielen benötigten Forellen angeschafft – werden die Fische etwa eine Stunde geräuchert.

Abholen an der Hütte und Lieferung ins Haus nicht möglich

Anders als früher durften die vorbestellten Forellen allerdings nicht direkt in der Fischerhütte abgeholt werden – auf der schmalen Glattbrücke wäre Begegnungsverkehr nicht auszuschließen gewesen. Eine Lieferung ins Haus wie im vergangenen Jahr schied aus Zeitgründen aus. Als Lösung haben sich die Vereinsmitglieder schließlich für einen kleinen "Drive-in-Stand" auf dem Parkplatz an der Glatt entschieden.

Trotz aller Widrigkeiten sei der Karfreitags-Fischverkauf gerade in diesem Jahr für den Angelsportverein wichtig gewesen, macht Kevin Haist deutlich. Denn im vergangenen Jahr musste das Bachfest pandemiebedingt abgesagt werden. Dies hatte zur Folge, dass dem Verein wichtige Einnahmen fehlten. Die laufenden Vereinskosten können nun durch den Fischverkauf gedeckt werden.

Blötscher und Haist geben auch einen kleinen Überblick über aktuelle und geplante Vereinsaktivitäten. Zuletzt ging Anfang März das traditionelle Glattener Königsfischen erfolgreich über die Bühne. Fischerkönig wurde Thomas Seeger, Zweiter wurde Kevin Haist, Dritter Marcel Weisser. Der Preis für die mit mehr als 1000 Gramm schwerste Bachforelle ging an Thomas Seeger.

Trotz Pandemie gibt es – diesmal allerdings in Zweiergruppen – wieder eine Bachputzete. Und am und rund um das Vereinsheim an der Glatt zwischen Glatten und Neuneck stehen viele Arbeiten und Modernisierungen an. Unter anderem müssen Biber- und Schneebruchschäden behoben, Renaturierungsmaßnahmen ausgeführt und der Belag auf der Brücke über die Glatt erneuert werden.

Ein Hinweis der beiden Vorsitzenden dürfte die Freunde des Angelsports freuen: Auch in Pandemiezeiten ist das Angeln erlaubt – selbstverständlich mit Angelprüfung, Jahresfischereischein und Vereinsmitgliedschaft.

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